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Endzeitstimmung beim TVR

Rottenburg verliert 2:3 gegen Königs Wusterhausen

Volleyball-Erstligist EnBW TV Rottenburg kommt nicht aus der Krise: Gegen Königs Wusterhausen verspielte der TVR zu Hause vor 1900 Zuschauern mit 2:3 seine letzte Chance, in dieser Saison den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden.

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Thomas de Marco

Tübingen. Endzeitstimmung bei den Rottenburger Volleyballern: Dirk Mehlberg sackt nach dem entscheidenden Ball zu Boden, bleibt lange liegen und ist fortan nicht mehr ansprechbar. Während Königs Wusterhausen Freudentänze aufführen, ringt TVR-Manager Jörg Papenheim nach Worten: „Das war es mit den Playoffs. Das ist sehr enttäuschend, und die Niederlage war dämlich, sehr dämlich.“

Über Kreuz: Gegen die Netzhoppers kamen sich (von rechts) René Bahlburg und Dirk Mehlberg ins ... Über Kreuz: Gegen die Netzhoppers kamen sich (von rechts) René Bahlburg und Dirk Mehlberg ins Gehege. TVR-Libero Marvin Klass (im Hintergrund) kann nicht eingreifen. Archivbild: Metz

Rottenburgs Trainer ist derweil nicht zu beruhigen: „Ich sage besser gar nichts, sonst kann ich nur Fehler machen. Wir haben nicht gut gespielt, aber das Spiel hat jemand anders für uns verloren“, giftet er Richtung Schiedsrichter Stefan Knebel, dem er vorwirft, im letzten Satz ignoriert zu haben, dass Königs Wusterhausen zweimal weit übers Netz griff. „Wir reißen uns unter der Woche den Arsch auf, und dann kommt so was. Da geht es um viel Geld!“, echauffiert sich der TVR-Trainer. Dabei hat er Glück, dass ihm Knebel nicht noch nachträglich die Rote Karte zeigt.

Als sich Müller-Angstenberger beruhigt hat, räumte er ein, dass seine Mannschaft es mal wieder nicht geschafft hat, ein konstantes Spiel abzuliefern. Rottenburg lieferte in der Tat eine seltsame Mischung aus Dilettantismus und Dominanz ab – und ging am Ende wieder leer aus (einzelne Sätze siehe den Spielfilm). Vereinzelt waren da auch schon Pfiffe von den Rängen zu hören.

„Es ist ärgerlich, dass die Schiedsrichter im Tiebreak zweimal gegen uns entschieden haben“, sagte TVR-Hauptangreifer Falko Steinke, „aber wir müssen die Punkte schon selber machen.“ Er selbst steht symbolisch für die Hauptschwäche des Teams: Starke Phasen wechseln bei ihm viel zu häufig mit eklatanten Schwächen. So vermasselte er den Rottenburgern die 8:7-Führung im Tiebreak, nachdem das Team einen Dreipunkterückstand aufgeholt hatte. „Wir können unser Level einfach nicht halten. Da ist so, seit ich da bin“, sinnierte Steinke und gab selbstkritisch zu: „Wenn ich mein Level halten würde, sähe es anders aus!“

Dabei hatte Königs Wusterhausen den Ausfall der beiden Außenangreifer Sebastian Krause (gesperrt) und Arvid Kinder (Muskelfaserriss) kompensieren müssen. Das gelang Trainer Mirko Culic durch Umstellungen so gut, dass Müller-Angstenberger ihm nur gratulieren konnte. Gleichzeitig kritisierte er seine Spieler: „Wir haben davor gewarnt, aber einige sind einfach nicht konzentriert genug. Das ist unser zentrales Problem die ganze Saison über.“ Aber er könne nicht in die Köpfe der Spieler schauen, warum das so sei (siehe unten).

Ganz schwacher Trost für den Tabellen-Vorletzten Rottenburg: Seit dem Wochenende steht Bottrop so gut wie sicher als der einzige Absteiger fest.

TV Rottenburg – Königs Wusterhausen: der Spielfilm
1. Satz: Steinke-Kracher zum 4:1, 5:5, KW zieht weg – 7:10 und 8:13, jämmerliche Annahme beim TVR – 9:17, 1. Satzball (Sb) KW bei 16:24: Heinecke verwandelt zum 16:25.
2. Satz: Block Mehlberg – 4:2, Bahlburg zum 10:7, Steinke hämmert das 15:11, TVR wie verwandelt – 19:14, KW kommt ran auf 19:17, 1. Sb TVR bei 24:22: Bahlburg per Lob zum 25:22.
3. Satz: KW zieht weg auf 3:7, TVR desolat – 9:18, 1. Sb KW bei 16:24: Bahlburg wehrt ab, 2. Sb: Steinke-Ass zum 18:24, 3. Sb: KW ins Aus – 19:24, 4. Sb: Steinke-Aufschlag ins Netz zum 19:25.
4. Satz: TVR legt los – 4:1, Monsterblock Steinke zum 7:4, 10:10, Cipowicz-Block zum 15:13, zwei Mal Block Isaak – 20:14, 1.Sb TVR bei 24:18 nach Block Neumeister: abgewehrt, 2. Sb: KW-Angabe ins Aus zum 25:19.
5. Satz: 0:2 nach 2 unglücklichen Aktionen von Mehlberg, Bahlburg zum 2:3, Cipowicz-Hammer – 4:6, Mehlberg punktet doppelt zum 6:6, Cipowicz-Block – 7:6, zwei Steinke-Fehler in Serie – 8:9, 9:12, KW ins Aus – 12:13, Aufschlag-Ass Neumann zum 13:13, Michel abgeblockt – 1. Matchball (Mb) KW bei 13:14, Block TVR ins Aus – 13:15


29.01.2012 - 19:30 Uhr | geändert: 30.01.2012 - 08:39 Uhr

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