08.02.2012 Drucken Empfehlen
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Pokal-Hit zum Geburtstag

VfB-Trainer Labbadia wünscht sich heute einen Viertelfinalsieg gegen Bayern

Der DFB-Pokal ist nicht nur der kürzeste Weg in den Europacup. Auch über Krisen kann er hinweghelfen. Vor dem heutigen Viertelfinale sind Gastgeber VfB Stuttgart und Gegner FC Bayern extrem angespannt.

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WOLFGANG SCHEERER

Stuttgart Glückwunsch Bruno Labbadia! Zum 46. Geburtstag gibts heute das große Spiel gegen den FC Bayern (20.30 Uhr/ZDF). Nur eines kann das für einen Fußballtrainer natürlich noch toppen: Ein Sieg gegen die Münchner wäre das Sahnehäubchen. Nach dem Stotterstart in die Rückrunde stehen beide Klubs im Südschlager unter Erfolgszwang. Die Stuttgarter treten zwar vor eigenem Publikum an, konnten den Vorteil zuletzt jedoch nicht ausspielen: Im Dezember haben die Bayern in der Bundesliga durch Mario Gomez Tore 2:1 gewonnen. Auch in den Achtelfinals 2008/09 (1:5) und 2009/10 (3:6) hat dem VfB das Heimrecht wenig genutzt. Überhaupt siegten bei insgesamt zehn Pokal-Duellen die Münchner neun Mal. Sie unterlagen gegen den VfB lediglich am 9. November 1989 - mit 0:3. Eine Niederlage heute würde das Aus im ersten von drei titelträchtigen Wettbewerben bedeuten. Stichwort: "Triple", der Dreifach-Triumph in Meisterschaft, Pokal und Champions League. Die Bayern, die mit dem 1:1 beim Hamburger SV die Tabellenführung an Dortmund verloren haben, sind noch überall im Rennen. Nun entscheidet das Pokalspiel, ob es ruhiger wird oder ungemütlicher als bisher.

"Ich denke, dass meine Spieler wissen, in welcher Situation wir sind. Manchmal braucht man so ein Spiel, wo der Funke überspringt", sagt Trainer Jupp Heynckes. "Tacheles" hat er mit den Stars geredet, Missstände "knallhart" angesprochen. Die Flügelzange greift nicht mehr recht, Franck Ribéry und Arien Robben müssen sich von Kritikern Lustlosigkeit vorwerfen lassen. Thomas Müller hat Ladehemmung seit über 1000 Bundesliga-Minuten, der Ex-Stuttgarter Gomez nach der Winterpause auch erst einmal getroffen. Das Remis beim HSV rettete der eingewechselte Ivica Olic.

Auch für Labbadia, wie Heynckes früher ein erfolgreicher Bundesliga-Stürmer und vom 20 Jahre Älteren 1991 als Torjäger zum FC Bayern geholt, bleibt trotz des späten 2:2 in Leverkusen die Lage in der Liga angespannt. Der erste Punktgewinn nach vier Niederlagen kam immerhin passgenau als Mutmacher fürs Pokalspiel. Begonnen hatte Labbadias Trainerjob im Dezember 2010 in Stuttgart mit zwei bemerkenswerten Niederlagen gegen die Münchner. Das 3:5 nach 1:5-Rückstand zum Hinrunden-Abschluss und das noch mehr Aufsehen erregendere 3:6 (2:2) im Pokal-Achtelfinale zeigten: Das Team des Tabellenvorletzten war bereit zu kämpfen. Louis van Gaal, damals Bayern-Trainer, steht noch bis Sommer 2012 auf der Münchner Gehaltsliste, ist sportlich aber längst Geschichte.

Die Gegenwart: Labbadia und das Viertelfinale 2012. "Wir müssen eine Top-Leistung abrufen. Das ist mein Geburtstagswunsch", sagte er am Tag vor der Neuauflage des Pokal-Hits. "Wir wollen eine Runde weiterkommen, wollen ins Halbfinale. Der Pokal macht echt Spaß."

Blauäugig geht er die große Aufgabe nicht an, obwohl nach einem "Streifschuss" im Montagstraining ein Veilchen Labbadias rechtes Auge ziert: "Aber wir brauchen keine Angst haben, weil wir an einem guten Tag mit einer Glanzleistung auch diesen Gegner schlagen können", meinte der VfB-Trainer.

Auch von der Unruhe im Bayern-Umfeld lässt er sich nicht blenden: "Ich finde es immer wieder interessant, wie schnell die Bayern angeblich in einer Krise stecken. Aber wir wissen, dass sie eine Riesen-Qualität haben." Wenn sie die heute ausspielen, gibts außer dem 46. Geburtstag für Bruno Labbadia und Co. nicht viel zu feiern.

08.02.2012 - 08:30 Uhr

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