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Exporte überspringen Billionen-Marke

Rückschlag im Dezember

Die deutsche Exportwirtschaft knackte im vergangenen Jahr die Marke von einer Billion. Wegen der Krise in den Euro-Schuldenländern ging der Exportboom aber im Dezember in eine harte Landung über.

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DPA
Artikelbild: Rückschlag im Dezember

Wiesbaden Der deutschen Exportwirtschaft ist am Ende des Rekordjahres 2011 die Puste ausgegangen. Zwar überschritten die Ausfuhren im vergangenen Jahr erstmals die Marke von einer Billion Euro. Sie kletterten gegenüber dem Vorjahr um 11,4 Prozent auf 1,06 Billionen EUR, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Im Dezember fielen die Exporte im Vergleich zum Vormonat aber überraschend deutlich. Im Monatsvergleich gingen sie kalender- und saisonbereinigt um 4,3 Prozent zurück - und fielen damit so kräftig wie seit Januar 2009 nicht mehr. Damals waren die deutschen Exporte infolge der Rezession nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers binnen Monatsfrist um 6,5 Prozent eingebrochen.

Volkswirte hatten im Dezember lediglich mit einem Rückgang von 1,0 Prozent gerechnet. Der Außenhandelsverband BGA sieht in den schwachen Dezemberwerten jedoch keinen Auftakt zu einer langfristigen Talfahrt, sondern nur eine Delle. "Die Abschwächung des Exportwachstums zum Jahresende kommt nicht überraschend", sagte BGA-Präsident Anton F. Börner. Dies könne die exzellenten Ergebnisse für das Gesamtjahr nicht trüben. Für das laufende Jahr bleibe der Verband zuversichtlich - vor allem mit Blick auf die positiven Entwicklungen in den BRIC-Staaten Brasilien, Indien, Russland und China.

Vorsichtiger äußerte sich Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP). In der aktuellen Schwächephase der Weltwirtschaft sei es schwieriger, an die Erfolge anzuknüpfen. Allerdings sei die deutsche Wirtschaft hoch wettbewerbsfähig: "Mit der Belebung der Weltwirtschaft wird sie ihre Wachstumschancen daher weiterhin erfolgreich zu nutzen wissen."

Commerzbank-Ökonomin Ulrike Rondorf begründet das hohe Export-Minus im Dezember mit einer mageren Nachfrage aus dem kriselnden Euroraum. Zum Jahresende hatten sich die Sorgen um die Auswirkungen der Staatsschuldenkrise und die schwache Weltkonjunktur deutlich vergrößert. Auch im Gesamtjahr legten die Ausfuhren in die Euroländer zwar zu, aber weniger dynamisch als in dem Rest der Welt.

Auch die Einfuhren fielen im Dezember auf Monatssicht um 3,9 Prozent. Im Gesamtjahr erreichten die Importe nach einem Plus von 13,2 Prozent jedoch ebenfalls einen neuen Rekordwert. Eingeführt wurden Waren im Wert von 902 Mrd. EUR. Der bisherige Höchstwert von 805,8 Mrd. EUR stammt aus dem Jahr 2008.

Nach den Zahlen der Statistiker stiegen die Exporte in die Euroländer um 8,6 Prozent auf 421 Mrd. EUR und in die EU insgesamt um 9,9 Prozent auf 627 Mrd. EUR. Hingegen zogen die Exporte in Drittländer um 13,6 Prozent überdurchschnittlich an. Sie erreichten einen Wert von 433 Mrd. EUR.

Während die Schwellenländern damit Zugpferd des Exportaufschwungs waren, ist für das Importplus die größere Nachfrage nach Waren aus europäischen Nachbarländen verantwortlich. Aus den EU-Ländern führte Deutschland Waren im Wert von 572,6 Mrd. EUR ein: 13,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Importe aus der Eurozone stiegen um 12,9 Prozent auf 401,5 Mrd. EUR.

Die Außenhandelsbilanz schloss im Jahr 2011 mit einem Überschuss von 158,1 Mrd. EUR ab - nach 154,9 Mrd. EUR im Jahr 2010.

09.02.2012 - 08:30 Uhr

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