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Stühlerücken in der Walter-Chefetage

Hartmetallwerkzeug-Hersteller erwartet 2011 höchsten Umsatz

Es tut sich was in der Chefetage der Walter AG: Von Januar an ist das bisherige Vorstandsmitglied Mirko Merlo als Präsident zuständig für das Geschäft des Tübinger Hartmetallwerkzeug-Herstellers.

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Volker Rekittke
Mirko Merlo Mirko Merlo

Tübingen. Der bisherige Vorstandschef der Walter AG, Andreas Evertz, rückt in der Hierarchie des schwedischen Sandvik-Konzerns, zu dem auch Walter gehört, ein ganzes Stück nach oben. Von Januar an ist Evertz der neue Präsident von Sandvik Machining Solutions, einem von fünf Geschäftsbereichen des schwedischen Unternehmens. Zu dem Bereich gehören neben der Walter-Gruppe mit ihren weltweit 3800 Mitarbeitern auch die Marken Coromant und Safety.

Andreas Evertz Andreas Evertz

Der Sandvik-Konzern legt sich derzeit eine neue Struktur zu: Aus bislang drei Geschäftsbereichen werden die fünf Segmente „Mining“, „Materials Technology“, „Construction“, „Venture“ – und eben „Machining Solutions“. Das Ziel der Umstrukturierung laut Evertz: Mehr Geschwindigkeit, Profitabilität und Wachstum.

Auch wenn der 47-jährige Italiener Mirko Merlo in Kürze für das operative Walter-Geschäft verantwortlich zeichnet, der neue Bereichspräsident Evertz wird auch künftig Aufgaben in der Walter-Gruppe innehaben: „Ich bleibe dem Standort eng verbunden.“ So wird der 42-Jährige offiziell Vorstandsvorsitzender von Walter bleiben. Und neben seinem neuen Büro am Hauptsitz des Mutterkonzern im schwedischen Sandviken, 200 Kilometer nördlich von Stockholm gelegen, wird Evertz weiterhin einen Schreibtisch im Walter-Stammhaus an der Derendinger Straße haben. Auch die Familie Evertz zieht nicht nach Schweden, sondern bleibt in Tübingen. Erst im April 2010 war Evertz dem langjährigen Walter-Chef Peter Witteczek auf den Sessel des Vorstandsvorsitzenden gefolgt. In den Vorstand des Unternehmens (Bereich: Technik) war er 2008 berufen worden.

Mirko Merlo ist bereits seit 1984 in verschiedenen Positionen bei Walter tätig – zuletzt als Vorstands-Verantwortlicher für den Vertriebsbereich. Unter anderem war er zuständig für die Geschäfte des international operierenden Tübinger Hartmetallwerkzeug-Herstellers in Brasilien, Großbritannien und Italien. Merlo war zugleich Präsident der Region Westeuropa.

2011 wird die Walter-Gruppe wohl den höchsten Umsatz in der Firmengeschichte verzeichnen: Nach 550 Millionen Euro im vergangenen Jahr rechnet Evertz für 2011 mit mehr als 600 Millionen Euro. Und der Gewinn? Bei der Bilanz 2010 war Evertz da nur ein „zufriedenstellend“ zu entlocken. 2011 nun soll das Ergebnis „noch besser“ werden. Die Zahl der Beschäftigten jedenfalls nimmt wieder zu – um etwa 200 im vergangenen Jahr auf aktuell 3800. Mehr als 600 davon arbeiten am Tübinger Hauptsitz, etwa 500 im Münsinger Zweigwerk.

Walter ist mit 50 Tochtergesellschaften und Vertriebspartnern auf allen Kontinenten vertreten. Die Firmengruppe entwickelt, produziert und vertreibt Präzisionswerkzeuge für die Metallbearbeitung (Drehen, Bohren und Fräsen) und bietet dazu auch Beratung und Dienstleistungen an.

21.12.2011 - 08:30 Uhr

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