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Jukebox Internet

Streaming macht Musik überall verfügbar

Musikstreaming heißt nichts anderes als: loslassen können. Über das Internet sind immer und überall so viele Songs verfügbar, dass Jäger und Sammler mit ihren CD-Bergen und MP3-Festplatten alt aussehen.

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DIRK AVERESCH, DPA
Artikelbild: Streaming macht Musik überall verfügbar In den Unweiten des Internets findet sich so viel Musik, dass man aus dem Hineinhören nicht herauskommt. Foto: dpa

Streaming ist eigentlich ein alter Hut. Internetradio oder Musikmixe werden so seit Jahren übers Internet verbreitet. Der Nachteil: Man kann das Genre bestimmen, nicht aber einzelne Songs. Neue Streaming- und Onlinespeicher-Dienste wollen das ändern. Mit ihnen lässt sich die eigene Musik überall hören, wo es Internet gibt - sogar per Smartphone.

Zum einen gibt es reine Online-Speicherdienste für die eigene Musik. Nutzer müssen die Dateien auf den Server des Anbieters heraufladen und können sie dann zu jeder Zeit an jedem Rechner oder per Smartphone-App anhören. Anbieter sind etwa MP3Tunes, mSpot, TelekomCloud, TunesBag oder das derzeit nur in den USA verfügbare Google Music. Hinderlich an dieser Variante ist, dass der DSL-Upload meist sehr lange dauert.

Bei Amazons Cloud Drive steht mit deutschem Account nur ein fünf Gigabyte großer Onlinespeicher zur Verfügung, nicht aber die Streaming-Funktionalität unter http://amazon.com/cloudplayer. Sie wird aber nutzbar, sobald man Speicherplatz dazubucht, zum Beispiel 20 Gigabyte für 20 US-Dollar im Jahr. Dazu braucht man nur eine - notfalls fingierte - US-Rechnungsadresse. Auch die Player-App für Android funktioniert mit US-Ländereinstellung.

Zum anderen gibt es Dienste mit Musikflatrate-Angeboten wie Simfy (16 Millionen Titel), Napster (15 Millionen), Juke (15 Millionen), Deezer (13 Millionen) oder Musicload Nonstop (5,5 Millionen). Anhören darf man die Songs, so oft man mag. Herunterladen lassen sie sich in der Regel nicht, manchmal ist jedoch die Offline-Nutzung möglich.

Die Preise für Musik-Speicherplatz oder den Vollzugriff auf eine Anbieterdatenbank variieren. Einige sind kostenlos, andere verlangen monatliche oder jährliche Gebühren für ein Abo. Meist lassen sich die Anbieter das Ausblenden von Werbung, die Apps zur mobilen Nutzung der Dienste mit Smartphone oder Tablet, die parallele Nutzung mit mehreren Geräten oder mehr Speicherplatz bezahlen.

"Im Prinzip geht es darum, ob man die Musik noch ,besitzen will oder ob einem das reine Nutzungsrecht reicht", erläutert die Computerzeitschrift "c"t", die ein Dutzend Dienste getestet hat. Wer sich nicht sicher ist, welchen Weg er gehen soll, dem empfehlen die Experten, sein eigenes Nutzerverhalten der vergangenen Monate zu analysieren: Habe ich viele CDs oder Musikdateien gekauft und gehört oder mich eigentlich mehr Musikstreaming-Diensten verschrieben?

Es gibt auch Modelle wie Sonys Music Unlimited (7 Millionen Titel) oder Apples iTunes Match (20 Millionen), die beide Dienstarten verbinden: Alle Titel, die sich auf dem eigenen Rechner befinden, werden beim Anbieter zum Streamen freigeschaltet - falls sie dort vorhanden sind. iTunes Match, das 25 Euro im Jahr kostet, lädt sogar Songs aus der Musiksammlung hoch, die nicht in der Datenbank stehen.

Noch einen Schritt weiter geht Grooveshark. Der US-Dienst hat nach eigenen Angaben 30 Millionen Nutzer und eine große Songvielfalt - die darauf zurückzuführen ist, dass Nutzer Songs hochladen und jeder alles hören darf. Geld ver-dient Grooveshark mit Werbung und Abos.

Im Gegensatz zu anderen Anbietern veröffentlicht Grooveshark prinzipiell erst einmal alle Songs, die Nutzer auf die Server spülen. Künstler oder Label müssen dann Lizenzgebühren oder die Entfernung ihrer Musik einfordern.

28.01.2012 - 08:30 Uhr

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