Täter ermittelt - Brandschutz erhöht Polizei: Zwei Schüler hatten gezündelt
Die Verursacher des Brandes im Friedrich-Eugens-Gymnasium vor zwei Wochen sind ermittelt. Es sind zwei Schüler im Alter von 14 und 15 Jahren, die im Untergeschoss der Schule gezündelt hatten.
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JAN-PHILLIP SCHÜTZE
Stuttgart Als Folge des Schulbrandes in der Silberburgstraße im Stuttgarter Westen mussten am 23. Januar 600 Schüler und 40 Lehrer evakuiert werden, 12 Schüler wurden mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung vorsorglich ins Olgahospital gebracht, konnten jedoch nach ambulanter Behandlung wieder nach Hause entlassen werden.
Die gemeinsamen Ermittlungen von Polizei und Schulleitung haben ergeben, dass zwei Schüler des Gymnasiums während der Unterrichtszeit offenbar aus Langeweile mit einem Feuerzeug an einer Deko-Pflanze aus Plastik und Holz gezündelt hatten. Unklar ist noch, welcher der beiden Schüler das Feuer hauptverantwortlich verursachte. Laut Ulrich Einsele, dem stellvertretenden Schulleiter des Friedrich-Eugens-Gymnasiums, beschuldigen sich die beiden Schüler gegenseitig: "Es steht Aussage gegen Aussage."
Die Polizei bestätigte gestern, dass zwei Schüler der Tat verdächtigt werden. "Wir gehen von einer fahrlässigen und nicht von einer vorsätzlichen Tat aus", sagte ein Polizeisprecher. Ob strafrechtliche Konsequenzen drohen, ließ er offen. Unklar ist zudem, ob zivilrechtliche Klagen auf die Schüler und deren Eltern zukommen. In Absprache mit der Schulbehörde müsse laut Einsele zudem noch geklärt werden, in welchem Maße die beiden jugendlichen Täter seitens der Schule bestraft werden. Denkbar seien unter anderem "gemeinnützige Tätigkeiten" als Wiedergutmachung. Den Verursachern müsse klar gemacht werden, welch weitreichende Folgen ihr leichtsinniges Handeln hätte haben können.
In einem Rundschreiben hat die Schulleitung mittlerweile auch die Eltern aller Schüler über die neusten Erkenntnisse informiert. Angekündigt werden in dem Schreiben unter anderem umfangreiche Sanierungsmaßnahmen im Schulgebäude. So muss das von dem Feuer in Mitleidenschaft gezogene Treppenhaus derzeit komplett neu gestrichen werden. Die Schließfächer, welche durch Rauch und Ruß stark verschmutzt und dadurch unbenutzbar wurden, sollen in den Faschingsferien ausgetauscht werden. Ob die Firma, welche die Schließfächer an die Schüler vermietet, die Kosten für den Austausch den Tätern in Rechnung stellt, müsse noch geklärt werden, so Einsele.
In den kommenden Wochen soll der Brandschutz im Schulgebäude weiter verbessert werden. Vorgesehen sind zusätzliche Türen zwischen den Klassenzimmern, damit diese im Notfall in zwei Richtungen verlassen werden können. Darüber hinaus soll eine neue Anlage eingebaut werden, die Warndurchsagen in jedem Klassenzimmer möglich macht. Die bestehende Alarmanlage soll in den kommenden Ferien überprüft und falls erforderlich verbessert werden. Diese Maßnahmen seien schon vor dem Brand besprochen und in die Wege geleitet worden, sagte Einsele. Möglicherweise sorge der Brand dafür, dass nun alles ein wenig schneller vonstatten gehe.
Nach Aussage von Polizei und Feuerwehr hätten sich die bereits eingebauten Systeme zum Brandschutz im aktuellen Fall hervorragend bewährt, so dass Schlimmeres verhindert werden konnte. "Insgesamt können wir sehr froh sein, dass niemand wirklich zu Schaden gekommen ist und die Schulgemeinde in vorbildlicher Weise zusammengestanden hat", betonte Schulleiter Martin Dupper.