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Kommentar: Airbus

Zu ehrgeizig

Millimeter-Risse in einigen der 4000 Abstandshalterungen zur Außenhaut der Flügel des Airbus A 380 bringen den Giganten gewiss nicht zum Absturz. Ein ernsthaftes Problem stellen sie dennoch dar.

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MARTIN HOFMANN

Denn die Maschinen sollen mindestens 19 000 Mal landen. Wenn Haarrisse nach 1400 solch starker Beanspruchungen auftreten, muss der Ursache auf den Grund gegangen werden. Sofort. Die Klammern tragen maßgeblich dazu bei, dass die Tragflächen ihre flugfähige Form behalten.

Nun erklärt der deutsch-französische Konzern, die Mängel seien der Konstruktion wie der Produktion geschuldet. Wie das? Für die Alu-Brackets hat das Unternehmen neue Werkstoffe verwendet, die besonders leicht, aber auch stabil sein sollten. Das Material scheint den Anforderungen jedoch nicht standzuhalten. Werden die Klammern beim Bespannen der Flügel beschädigt, lässt sich das Manko leichter abstellen. Beide Probleme deuten aber darauf hin, dass Airbus beim Gewichtsparen des 500-Tonnen-Kolosses zumindest an dieser Stelle zu ehrgeizig war.

Die Ambition, an Grenzen zu gehen, dürfte Airbus viel Geld kosten. Denn Sicherheit hat Vorrang, ganz besonders, wenn mehr als 500 Menschen mitfliegen. Die Risse kratzen auch am Image des Konzerns. Wer allerdings nichts Neues probiert und nach intensiven Tests einsetzt, bleibt stehen. Das funktioniert im umkämpften Flugzeugmarkt nur sehr begrenzte Zeit.

09.02.2012 - 08:30 Uhr

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