Iyad Burnat steht für friedlichen Widerstand in Palästina. Er organisiert Protestdemonstrationen in Bilin, einem Ort direkt an der israelischen Mauer.
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ELISABETH ZOLL
Iyad Burnat wehrt sich gegen die israelische Mauer, die sein Dorf einschnürt.
Der Weg vom Rand des palästinensischen Dorfes Bilin durch angrenzende Olivenhaine ist übersäht mit Patronen scharfer Munition, Gummigeschossen und Tränengaspatronen. Und doch steht das Dorf, wenige Kilometer westlich von Ramallah, für friedlichen Widerstand gegen den Bau der illegalen israelischen Mauer in Palästina und die Enteignung palästinensischer Bauern, deren Ackerland für israelische Siedlungen konfisziert wurde. Das ist auch auf Iyad Burnat zurückzuführen, einen der Organisatoren des Volkskomitees, in dem sich alle Gruppen des Dorfes organisieren. Der knapp 40-jährige Familienvater aus Bilin fordert zu einem kreativen Widerstand auf. Für dieses Engagement wurde sein Komitee 2008 in Deutschland mit dem Carl von Ossietzky-Preis geehrt.
Doch was heißt friedlich? Woche für Woche ziehen die Bewohner des Dorfes mit Musik und Sprechchören zur Sperrmauer; nicht selten begleitet von Friedensaktivisten aus aller Welt. Wütende Sätze fliegen zu den israelischen Soldaten, die am Sperrwall Wache schieben - manchmal auch Steine. "Geantwortet" wird nicht selten "scharf" - die Überreste pflastern den Demonstrationsweg und die angrenzenden Olivenfelder. Und doch lässt sich Iyat Burnat in seinem Kampf David gegen Goliath nicht beirren.
Einen Erfolg hat das Dorfkomitee erzielt. Der Oberste Gerichtshof von Israel entschied Ende 2007, dass die Mauer nicht so weit in palästinensisches Land reichen dürfe. Gut zwei Jahre später, im Februar 2010, wurde mit der Rückverlegung der Grenzanlage begonnen. Auch wenn die Vorgaben des Gerichtes nicht vollständig eingehalten wurden, ein Teilerfolg ist das Urteil für die Menschen aus Bilin allemal. Wenigstens einen Teil ihres enteigneten Landes bekamen sie zurück.