Vor 20 Jahren gründete Thomas Hermanns neues TV-Format
Die Premiere war ein Flop. Doch heute feiert der Quatsch Comedy Club den 20. Geburtstag mit einem großen Jubiläumsspektakel. Die Show hat das Genre geprägt und viele Comedy-Stars hervorgebracht.
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Mit dem Club groß geworden: Martin Schneider, Ingo Appelt, Michael Mittermeier und Atze Schröder, Dieter Nuhr, Cindy aus Marzahn (von links). Fotos:dpa
Berlin . Vor zwei Jahrzehnten etablierte sich eine neue Szene von jungen Comedy-Künstlern, die unter anderem durch den hohen Programmbedarf der noch jungen Privatsender angetrieben wurde. Damals, im Jahr 1992, feierte der Quatsch Comedy Club seine Premiere im Souterrain des Hamburger Schauspielhauses. 20 Jahre später ist er eine bekannte Größe in Deutschland.
Die Quatsch-Comedy-Club-Showpremiere war damals ein Flop. "Nach dem ersten Abend bin ich der Meinung, dass er nicht mehr wiederholt werden sollte", schrieb der Theaterintendant damals an Moderator Thomas Hermanns. Es kam anders. Vor allem Hermanns Bühne ist es zu verdanken, dass das amerikanische "Stand-up"-Format populär wurde.
Der Quatsch Comedy Club läuft seit 16 Jahren auf Pro 7; in die Live-Shows in Berlin, Hamburg und Düsseldorf kommen jedes Jahr 130 000 Zuschauer. Seine Wurzeln hat der Club in Hamburg, wo er in den 90ern mit dem Revival der Reeperbahn die Szene anlockte. Seit 2002 hat er seine Zentrale im Berliner Friedrichstadt-Palast.
Viele deutsche Comedians haben unter Hermanns Fittichen an ihren Gags gearbeitet. "Es gibt wirklich diese magischen Momente", erinnert sich der 48-Jährige. Der erste war gleich in der zweiten Show im Februar 1992 mit Olli Dittrich, als seine Figur "Dittsche" geboren wurde.
Wer erfolgreich sein wolle, brauche Technik, einen Wiedererkennungswert und eine Vision, erklärt Hermanns. "Er muss einen eigenen Kosmos mitbringen." Beispiele sind für ihn Johann König oder Olaf Schubert. Die Comedyszene gilt als familiärer als etwa bei den Schauspielern. "Wir alle haben Rohrkrepierer erlebt", sagt Hermanns. Alle kennen demnach schlimme Momente, fünf Minuten, in denen niemand lacht. Das verbindet.
Witze über Westerwelle und Merkel ziehen zwar noch, sagt Hermanns. Aber das sei relativ mau. Nun stehen Rezession und Eurokrise als Themen an. Comedians werden sich demnach entscheiden, dies aufzugreifen oder lieber leichte Themen anzugehen: etwa den Dauerbrenner Männer und Frauen. Die Affäre um Bundespräsident Christian Wulff hat der Comedyfachmann noch nicht als Bühnenthema ausgemacht. "Es ist kein Skandal, und insofern wird es auch noch nicht bedient."
Manchmal fehle der im Fernsehen stark vertretenen Szene ein bisschen die Bescheidenheit, findet Hermanns. "Wir haben wirklich großes Glück gehabt, dass es in Deutschland ein solcher Erfolg geworden ist", sagt der Club-Erfinder. "Man darf jetzt nicht das Blatt überreizen und so tun, als ob wir alle Popstars sind. Das sind wir eben nicht."