50 Jahre soll die Geschichte alt sein - nun berichtet eine ehemalige Praktikantin aus dem Weißen Haus über eine angebliche Affäre mit John F. Kennedy. In den USA sorgen ihre Memoiren für mächtig Wirbel.
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PETER DE THIER
Das Präsidentenpaar (links) im Jahr 1950 und die angebliche Geliebte John F. Kennedys namens "Mimi" auf einem undatierten Foto. Fotos: afp/laif
Washington Amerikas Boulevard-Presse nennt sie spöttisch "JFKs Sex-Praktikantin", doch Mimi Alford lässt sich nicht beirren. Um ihr Buch über eine 18 Monate dauernde Affäre mit dem früheren US-Präsidenten zu verkaufen, begibt sich die pensionierte Krichenmitarbeiterin nun auf Tournee. Die 69-Jährige hält Vorträge und tritt in diversen Talkshows auf. Viele US-Bürger stehen ihr aber misstrauisch gegenüber, denn an dem Kennedy-Denkmal rüttelt man nur ungern.
Bereits 2003 schrieb der Historiker Robert Dallek, dass der als Frauenheld bekannte Präsident, der unter anderem eine Affäre mit der Filmdiva Marilyn Monore gehabt haben soll, während seiner Amtszeit sich mit einem Teenager eingelassen hatte. Nun aber sind Einzelheiten ans Tageslicht gekommen, die den beliebten Staatsmann verwundbar, indiskret und leichtsinnig erscheinen lassen.
In dem Buch mit dem Titel "Once Upon a Time: My Affair with John F. Kennedy and the Aftermath" erzählt Alford, dass sie Jungfrau gewesen sei, als sich der mächtigste Mann auf dem Erdball ihr näherte. Zuvor sei sie zu einer kleinen Party im Schwimmbad des Weißen Hauses eingeladen worden, an dem der Präsident, zwei enge Berater und mehrere junge Frauen teilgenommen haben sollen. Anschließend verführte Kennedy seine junge Assistentin angeblich. Trotz ihrer Unerfahrenheit und anfänglicher Angst habe sie eingewilligt und sei selbst Kennedys Wunsch nachgekommen, sich auf Geschlechtsakte mit einigen seiner Freunde einzulassen.
Für den geradezu notorischen Schürzenjäger JFK, dem eine krankhafte "Sexsucht" nachgesagt worden ist, will Alford aber mehr als nur eine Geliebte gewesen sein. Als seine Ehe in Schwierigkeiten geriet und eine Trennung von First Lady Jackie im Raum gestanden haben soll, habe der Präsident bei seiner jungen Praktikantin angeblich Trost gesucht. Unter anderem habe er ihr während der kubanischen Raketenkrise intime Einzelheiten anvertraut, die völlig neu sind. Während er in der Öffentlichkeit eine knallharte Position gegenüber dem Kreml bezog und sich keine Blöße gab, habe Kennedy in Wirklichkeit enorme Angst vor einer Eskalation gehabt und wäre auch bereit gewesen, nachzugeben.
Zwar behauptet Mimi Alford, dass ihr Buch lediglich eine Reaktion auf den gewaltigen Medienrummel gewesen sei, mit dem sie zu kämpfen hatte, nachdem vor acht Jahren ihre Affäre mit dem Präsidenten bekannt wurde. Bei Interviews wird sie hingegen defensiv und bestreitet den Verdacht, dass es ihr in Wirklichkeit darum geht, an ihrer Beziehung zu dem verstorbenen Präsidenten, den sie noch wenige Tage vor seiner Ermordung in Dallas gesehen haben will, eine goldene Nase zu verdienen.