Ex-Ministerin Tanja Gönner steht vor dem Absprung aus der Landespolitik. Sie wird wohl Chefin der Entwicklungshilfe-Organisation GIZ.
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RAIMUND WEIBLE
Eine "reizvolle Aufgabe" lockt Ex-Ministerin Tanja Gönner (CDU) offenbar nach Bonn.
Stuttgart Kaum einer CDU-Politikerin im Land werden so gute Beziehungen zur Kanzlerin nachgesagt wie Tanja Gönner. Eingeweihte zweifeln darum kaum daran, dass die Ex-Umweltministerin im März zur Vorstandschefin der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) gewählt wird. Das Bundesunternehmen mit 17 000 Mitarbeitern und Sitz in Bonn und Eschborn fördert weltweit die nachhaltige Entwicklung.
Das sei eine reizvolle Aufgabe für sie, hat die 42-jährige Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Sigmaringen vernehmen lassen. Über die Besetzung des GIZ-Vorstands entscheidet der Aufsichtsrat, in dem Bundestagsabgeordnete, Ministeriale und Vertreter der Arbeitnehmer sitzen. Der bisherige Vorstand besteht nur aus Männern. Künftig sollen ihm mindestens zwei Frauen angehören. Als zweite Frau neben Gönner könnte die ehemalige Entwicklungs-Staatssekretärin Karin Kottmann (SPD) berufen werden. Dieses Personal-Tableau dürfte Regierungskreisen zufolge auf Zustimmung auch bei den Nicht-CDU-Mitgliedern und den Arbeitnehmervertretern des Aufsichtsrats stoßen.
Seit der Abwahl der Mappus-Regierung, durch die sie ihr Ministeramt verlor, sucht Tanja Gönner nach einer ihrem eigenen Anspruch entsprechenden Aufgabe. Bei der Wahl des CDU-Fraktionschefs im Landtag unterlag sie Peter Hauk. Danach verzichtete sie darauf, für den CDU-Landesvorsitz zu kandidieren. Im November erlitt die Christdemokratin, die seit 2005 dem CDU-Bundesvorstand angehört, beim Kampf um den Vorsitz des CDU-Bezirks Württemberg-Hohenzollern eine weitere Niederlage.
Derzeit leitet Gönner den Landtagsausschuss für Finanzen und Wirtschaft. Sollte sie in den GIZ-Vorstand gewählt werden, müsste Gönner ihr 2011 gewonnenes Landtagsmandat schon wieder abgeben.