Eis blockiert Schlossbergtunnel / Stellwerkrechner abgestürzt
Kälte und Computerfehler bremsen Pendler aus
Zugreisende im Kreis Tübingen mussten am Montagmorgen warten: Wegen diverser Bahn-Pannen kam es zu Verspätungen. Am Schlossbergtunnel Richtung Herrenberg stauten sich die Autos - Glatteis blockierte eine Spur.
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Jonas Bleeser
Arbeiter der Straßenmeisterei im Kampf gegen die Vereisung des Schlossbergtunnels. Damit die Strecke frei bleibt, müssen sie nun regelmäßig streuen.Bild: Franke
Kreis Tübingen. Der strenge Frost lässt nicht nur Seen zu Schlittschuhbahnen erstarren, er kann auch Pendlerströme einfrieren. Wer am Montag auf der B 28 Richtung Herrenberg durch den Schlossbergtunnel wollte, musste sich gedulden. Auf einer Spur hatte sich bereits in der Nacht eine flächendeckende Eisschicht gebildet.
Das Sickerwasser aus dem Berg, das normalerweise über eine Führung abläuft, gefror und verstopfte die Abflüsse – trotz einer vor einigen Jahren eingebauten Rinnen-Heizung. Die von der Polizei informierte Straßenmeisterei versuchte es zunächst mit Salz – vergebens. Auch Magnesiumchlorid, das auch bei tieferen Temperaturen wirkt, half nichts gegen die dicke Eisdecke. Also rückten mehrere Arbeiter mit Schaufeln und Metallstangen an. Sie klopften und hackten das Eis klein und schafften es weg. Gegen 15.30 Uhr waren sie fertig. Bis dahin war nur eine Spur befahrbar. Am Morgen hatte sich ein längerer Stau gebildet, in dem es dazu noch zu einem Auffahrunfall gekommen war.
Auch viele Bahn-Pendler waren sauer: Am Morgen warteten sie vergeblich auf ihre Züge. Schuld daran war zum Teil die massive Kälte. In Nürtingen zeigten um 7.15 Uhr zwei Weichen eine Störung an. Deshalb konnte ein Gleis auf der Strecke Richtung Nürtingen nicht mehr befahren werden. Das bremste alle Züge zwischen Tübingen und Stuttgart aus. Erst gegen 10.20 Uhr waren wieder beide Gleise frei. Dazu kam eine Störung an einem Bahnübergang bei Wendlingen. Die Verspätungen setzten sich fort, betroffen waren auch die Interregios Richtung Hechingen.
Auf der Strecke Richtung Herrenberg waren Züge ebenfalls verspätet. Schuld war daran aber nicht die Kälte: „Beim Zusammenkoppeln zweier Fahrzeuge gab es eine Störung“, so ein Sprecher der Bahn. Besonders heftig erwischte es Reisende mit Ziel oder Zwischenhalt in Rottenburg. Dort fiel um 8.45 Uhr der Rechner im Stellwerk aus. Deswegen waren Signale, Weichen und Schranken gestört. Die Lokführer mussten langsam an die Übergänge heranfahren und teilweise die Schranken von Hand schließen. Gegen 10 Uhr hatten die Techniker die Computer wieder zum Laufen bekommen, der Bahnverkehr normalisierte sich.