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Tübinger Museumsgesellschaft

Beim Ball waren die Festgäste „Feuer und Flamme“

Einen vielseitigen Feuerzauber auf und neben der Tanzfläche bot die Museumsgesellschaft Tübingen bei ihrem jährlichen Ball. 200 Gäste trafen sich zu Fest, Tanz und gepflegter Geselligkeit.

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Micha Betz

Museumsball 2012: Tanz mit Feuer und Flamme

Tübingen. Eine knisternde Spannung breitete sich am vergangenen Samstag im Silchersaal im ersten Stock des Museumsgebäudes an der Ecke Stadtgraben und Wilhelmstraße aus. Blau-rote Scheinwerfer tauchten den hohen Raum mit seinen weißen Marmorsäulen in ein festliches Licht, das die besondere Atmosphäre des Abends vorgab: draußen klirrende Minusgrade, drinnen heiße Rhythmen.

Beim alljährlichen Ball zelebrierte die Museumsgesellschaft Tübingen am Samstag kulturelles Leben ... Beim alljährlichen Ball zelebrierte die Museumsgesellschaft Tübingen am Samstag kulturelles Leben und künstlerische Darbietungen. Bis in die späten Nachtstunden wurde zu Livemusik auf dem Parkett des Silchersaals das Tanzbein geschwungen (weitere Fotos auf www.tagblatt.de). Bild: Ulmer

Denn das Motto der Tanzveranstaltung lautete in diesem Jahr „Feuer und Flamme“, was bereits an den großen Lichtobjekten im Foyer deutlich wurde, die der Tübinger Illuminist Peter Grotz in Form von lodernden Flammen entworfen hatte. „Der Andrang auf die Ballkarten war in diesem Jahr so groß, dass wir eine Warteliste einführen mussten“, sagte Elke Dittrich von der Museumsgesellschaft. Sie trug ein schwarzes Kleid mit einer roten Federboa. „In diesem Jahr haben wir zum ersten Mal mehr externe Gäste als Gesellschaftsmitglieder im Haus“, verriet Dittrich.

Im Gegensatz zu ihr hatte sich nur die Hälfte der 200 Gäste bei der Kleiderwahl vom Ballmotto inspirieren lassen. Lediglich hier und da stachen ein paar rote Krawatten und Fliegen neben manch feuerrotem Abendkleid hervor.

Die eintrudelnden Ballbesucher wurden zunächst mit einer Sektbar und von dem Künstlerduo „Chapeau Bas“ empfangen. Die beiden Artisten bewegten sich auf Stelzenkostümen in einer Höhe von drei Metern durch die Menge, ließen durch geschickte Zaubertricks Gegenstände verschwinden und fädelten den Gästen Bleistifte an Schnüren ins Knopfloch, die sich nur mit einem Trick wieder entfernen ließen. Georg Braungart, der Vorsitzende der Museumsgesellschaft, freute sich mit seiner Ehefrau Anna besonders über die jungen Gesichter an diesem Abend: „Das Publikum ist verglichen zum Vorjahr im Schnitt um fünfzehn Jahre jünger geworden“, sagte er.

Nach der Eröffnungsrede, in der Braungart auf die Gemeinsamkeiten von leidenschaftlichem Tanz und Feuer einging, strömten die Besucher aufs Parkett. Neben jazzigen Grooves spielte die Galaband „Südlich von Stuttgart“ auch poppige und lateinamerikanische Rhythmen. Die sechs Musiker um den Schlagzeuger Christian Baumgärtner waren bereits zum dritten Mal mit der musikalischen Ausgestaltung des Museumsballs betraut worden. Bei diversen Tänzen wie Discofox, Walzer und Cha-Cha-Cha zeigten die Ballbesucher ihr Können. „Der Standard-Swing funktioniert noch ganz gut“, verkündete Regierungspräsident Hermann Strampfer lächelnd auf Nachfrage.

Nur beim Tango musste so mancher Herr kurz inne halten, um sich den Grundschritt noch einmal zu vergegenwärtigen. „Wir haben extra einen Tanzkurs belegt und sind heute zum ersten Mal dabei“, sagte die Tübingerin Anke Strölin. Sie und ihr Mann waren von der Veranstaltung begeistert und versprachen, im nächstes Jahr wiederzukommen. „Es ist uns als Kulturträger wichtig, die Tradition der Tanzbälle in Tübingen zu erhalten“, erklärte der Florist Werner Haug. Zusammen mit seiner Frau Monika ist er seit 40 Jahren Mitglied der Museumsgesellschaft und hatte die aufwändige Blumendekoration für den Ball gespendet.

Als Höhepunkt des Abends traten die beiden Showtänzer Marion und Felipe Garcia Lopez auf. Das Paar vom TSC Residenz Ludwigsburg wirbelte dynamisch und grazil über das Parkett und zeigte lateinamerikanischen Tanz auf höchstem Niveau. Ebenfalls gelungen waren auch die Darbietungen der Künstler von Chapeau Bas, die mit einer artistischen Comedy-Show begeisterten und anschließend mit Fackeljonglagen einen beeindruckenden Flammentanz auf die Bühne zauberten.

Auch in Zukunft will die Museumsgesellschaft das kulturelle Angebot in Tübingen bereichern und dabei mit der Zeit gehen: „Unsere Vorträge sollen künftig ein lebendigeres Format erhalten, indem sie die Form eines Gesprächs mit einem Moderator bekommen“, kündigte Georg Braungart an.

Außerdem plant die Gesellschaft den Einbau eines Aufzugs, um die oberen Stockwerke des Museumsgebäudes für alle erreichbar zu machen. „Ich würde es auch begrüßen, wenn künftig Mitgliedschaften für Familien und Studierende angeboten werden“, sagte Braungart. So könne sich die Buntheit und Vielfalt des Publikums von den Tanzbällen auch auf die Museumsgesellschaft als solche übertragen.

06.02.2012 - 07:30 Uhr | geändert: 06.02.2012 - 12:51 Uhr

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