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Böse Bären und Promi-Pyramide

Über 10.000 Besucher kamen zum Umzug der Narrenzunft Dettingen

Der Umzug der Dettinger Narrenzunft wird langsam zum Gradmesser in der Region. Mit 57 Gruppen, etwa 2500 Hästrägern und vielen tausend Besuchern an der Strecke stellte der Umzug am Sonntag einen ersten Fasnets-Höhepunkt dar.

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werner bauknecht
Die Strohbären der Narrenzunft Jägi aus Rangendingen machten fürs Auge viel her und ihren ... Die Strohbären der Narrenzunft Jägi aus Rangendingen machten fürs Auge viel her und ihren Bärentreibern jede Menge Arbeit.Bild: Faden

Dettingen. Bis Weiler zogen sich gestern die geparkten Autos hin. Viele Besucher nutzten den Umzug auch zu einem Spaziergang, mit dem Fasnetstreiben als Zuckerl.

Der Musikverein Dettingen eröffnete zusammen mit den Rammertweible den Zug. Die Bad Niedernauer Stoagrättle ließen ihren Narrensamen vorweg marschieren, und zeigten gleich, dass sie keine Nachwuchsprobleme haben. Die Zunft aus Weiler brachte, wie gewohnt, ihren Weiler-Burg-Wagen mit, neuerdings frisch gestrichen, aber noch immer mit einer Hexe obenauf, die halsbrecherische Kunststücke vollführte, nebenher aber immer noch Bonbons unter den Zuschauern verstreute.

Gewohnt locker moderierte Zunftmeister Edgar Schaupp das Geschehen, unterstützt von Hilfsmoderator Volker Derbogen, Rottenburgs Erstem Bürgermeister. Ein ums andere Mal versprach er den Zuschauern, „um drei Uhr kommt die Sonne raus, das weiß ich“. Dabei hatten sich trotz des kühlen Winds mehr als 10 000 Besucher an der Strecke eingefunden.

Die Kinder an der Strecke hatten es dieses Jahr nicht leicht. Gar zu gruselige Hexen- und Geistermasken waren zu besichtigen. Die Hoagehexen aus Pfullingen hatten sogar rot und blau leuchtende Augen, die manches Kind Schutz bei Muttern suchen ließ. Als Belohnung gab es dann aber die nächste Ration Süßigkeiten, mit die Narren nicht geizten.

Um die Lücken zwischen den einzelnen Zünften nicht zu groß werden zu lassen, waren auch dieses Jahr wieder Treiber am Werk, die die langsamen Gruppen dazu anhielten, wieder Anschluss zu suchen. „Wir wollen keinen Umzug, der länger als zwei Stunden dauert“, so das Credo Schaupps.

Um gelegentliche Staus zu überbrücken, machte auch die Crew auf dem Moderatorenwagen Programm. Mit Derbogen, den Gemeinderatsmitgliedern Hermann Sambeth und Horst Schuh auf den Knien, Schaupp und Ortsvorsteher Hubert Walz auf deren Rücken war zur Gaudi der Zuschauer die Promi-Pyramide perfekt.

Wild waren die Bären der Rangendinger Zunft Jägi, und wie stets zum Fürchten war die Teufelsmaske der Lichdaberg-Hexa aus Ammerbuch. Als sie dann noch übereinander kletterten, war der Schrecken groß. Als wohltuende Abwechslung, zum Durchatmen sozusagen, wandelten die Hechinger Scampolos in ihren bunten, aus Stoffresten zusammengenähten Kostümen an den Zuschauern vorbei und lächelten sie nur an.

Als „die schönste Zunftmeisterin Süddeutschlands“ begrüßte Schaupp Marina Walz von der Narrenzunft Felldorf und lud sie gleich zum Selbstgebrannten ein. Die Felldorfer brachten ihr mobiles Holzverlies mit und sperrten flugs die greifbaren Mädchen am Streckenrand ein – nur die Schönsten, versteht sich.

Traditionell schallte Schaupps Stimme bei jeder Zunft übers Mikro: „Der Zunftmeister zu mir, es gibt ein Schnäpschen.“ Die Untertalheimer, die mit über 200 Hästrägern angereist waren, drehten den Spieß um und brachten ihre eigenen Most zum Moderatorenwagen. Und während diese noch am Most nuckelten, hoben die Fürstwald-Hexen auf ihren Besen artistisch ein wildes Teufelsgeschöpf nach oben und drehten es so geschwind, dass ihm hernach ganz schwindlig war.

Als die Narrenzunft Steinhilben nach über zwei Stunden den Umzug abschloss, war zwar noch immer keine Sonne zu sehen – im Gegenteil, es begann zu nieseln. Aber das war auch gleichzeitig der Startschuss zur ausgelassenen Straßenfasnet.

23.01.2012 - 08:30 Uhr | geändert: 24.01.2012 - 08:59 Uhr

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