Praktischerweise gar nicht umgewöhnen müssen sich routinierte Fasnetsgänger dieses Jahr bei der Narrenzunft Rottenburg. Ihre Programmfolge für die närrische Hauptsaison ab dem Schmotziga (16. bis 21. Februar) gleicht fast aufs Konfettischnipsel der vom vergangenen Jahr.
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willibald ruscheinski
Rottenburg. „Warum soll man Bewährtes unbedingt verändern?“, fragte Zunftmeister Michael Rehbein gestern beim Presseempfang im Zunfthaus. Zumal, wenn sich Änderungen so bewährt haben wie im vergangenen Jahr: Da hatte die Zunft am Fasnetssonntag erstmals auf ihre Abend-Redoute verzichtet und statt dessen lieber gleich nach dem Ommzug die Festhalle für Teilnehmer und Besucher geöffnet. „Das war“, so Rehbein, „ein voller Erfolg. Wir wären blöd, wenn wir‘s nicht wieder machen würden.“ Auch dieses Jahr erwartet die Zunft zum großen Narren-Auftrieb am Sonntag wie gewohnt über 3000 Hästräger und Musikanten aus dem ganzen Land. Kinder bis 14 können sie zum Nulltarif an sich vorüber ziehen lassen, aber den übrigen Besuchern würde der Zunftmeister schon gern ein Abzeichen (Bild rechts) verkaufen. Denn von der Absperrung über den Rettungsdienst und die Ordner bis zum Reinigungskommando kostet so ein Ommzug Geld: Zwischen 60 000 und 100 000 Euro, sagt Rehbein, liegt der jährliche Aufwand.
Der gar nicht so kleine Bruder des Ommzugs vom Sonntag ist der Narrensamen-Umzug am Montagnachmittag um 13.30 Uhr . In diesem Jahr mündet er anschließend abermals in den Kinderball samt Narrensamenfütterung. Für die Würstchen wird dort ein Unkostenbeitrag von 50 Cent erhoben; das Geld bekommt hinterher, genauso wie die Kollekte von der Zunftmesse, die gerade angelaufene Rottenburger Vesperkirche.
Apropos Zunftmesse: Mit ihr (und den musizierenden Gluzgern) beginnt das Programm am Fasnetssamstag, jenem Tag, der auch dem Zunftmeister als schönster der sowieso schon „schönsten Fasnet der Welt“ gilt: Straßenfasnet ist in der Rottenburger Innenstadt. Nicht ums Zuschauen, sondern ums Selber- und Mitmachen geht es dabei; trotzdem oder gerade deswegen sind alljährlich jede Menge freie Laufgruppen und Lumpenkapellen unterwegs.
Unter anderem Männer-Showtanz und die Band Just For Fun hat auch heuer wieder der Große Narrenball am Schmotzigen Donnerstag in der Festhalle zu bieten, der erfahrungsgemäß die Jüngeren anzieht. Am Freitagabend steigt dann in der Halle das „Fasnet special“ der „Ü 30 Dance Night. Zum unverzichtbaren Spektakel hat sich auch die Höfische Fasnet am Montagabend entwickelt. „Wenn wir die nicht mehr machen würden“, sagt Michael Rehbein, „müssten wir wegziehen aus Rottenburg.“ Diesmal bittet die Galionsfigur des närrischen Rottenburg zum „Fasnetsstadel“ (siehe den Eintritts-Pin links) in die Festhalle. Wer dort in Dirndl oder Lederhose erscheint, wird garantiert nicht abgewiesen.
Wo es den Ommzugs-Pin überall gibt
Ein Laufnarr (rauteburgerisch heißt er Bogges) stand Modell zum diesjährigen Abzeichen für den Ommzug. Für Pin-Sammler setzt es eine Serie mit allen Fasnetsfiguren der Zunft fort und kostet am Fasnetssonntag selbst 3.50 Euro. Im Vorverkauf ist es für 3 Euro erhältlich, und zwar bei allen Kreissparkassen-Filialen in der Stadt, bei der WTG am Marktplatz und in vielen anderen Geschäften. Freie Verkäufer vertreiben das Abzeichen der Narrenzunft ebenfalls, Und schließlich verkauft sie es auch noch selbst – zusammen mit anderen Fasnet-Fan-Artikeln – an ihrem NZ-Shop, der immer samstags von 9 bis 13 Uhr auf dem Marktplatz präsent ist. Mehr Infos gibt‘s auf der Internet-Seite der Zunft: www.narrenzunft-rottenburg.de