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Weiter in der ersten Liga

franz. K will auf der Erfolgsspur bleiben

Drei Jahre nach seiner Eröffnung im Dezember 2008 fährt das Reutlinger soziokulturelle Zentrum franz. K weiter auf der Erfolgsspur. Auch 2012 sind Unter den Linden zugkräftige Events geplant.

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Matthias Reichert
Ob Tanz oder Hip-Hop, Indie-Rock, Weltmusik oder elektronische Klänge: Das franz. K vermeldet ... Ob Tanz oder Hip-Hop, Indie-Rock, Weltmusik oder elektronische Klänge: Das franz. K vermeldet steigende Besucherzahlen.Archivbild: Haas

Reutlingen. Die Kurse und Seminare unterschiedlicher Veranstalter nicht einmal eingerechnet, kamen 2011 insgesamt 46 000 Zuschauer zu 280 Veranstaltungen, tausend Leute mehr als im Vorjahr. Von September bis Juni war das Haus „jeden Tag belegt“, bilanziert franz.-K-Geschäftsführer Andreas Roth. Vor allem bei Live-Auftritten habe das soziokulturelle Zentrum deutlich zugelegt, „auch bekannte Künstler und renommierte Agenturen haben Reutlingen jetzt auf der Landkarte“.

Die Zuschauer kommen aus dem Raum Reutlingen und Tübingen, zu manchen Live-Acts auch aus ganz Baden-Württemberg und speziell aus Stuttgart. Ob Soziokultur, Kabarett oder Weltmusik, ob Hip-Hop oder elektronische Musik: „Man nimmt wahr, dass da etwas entstanden ist, was es vorher in der Region so nicht gegeben hat.“

Auch beim Programm für Jüngere spiele das franz. K „in der ersten Liga“, sagt Öffentlichkeitsarbeiter Holger Kesten. Jupiter Jones zog im Herbst viel Publikum, Kraftklub sind seit ihrem Auftritt im November bundesweit durchgestartet. Der „Radau- und Rabatz-Klub“ habe sich landesweit etabliert, und Frittenbude kommen im nächsten Herbst wieder. Der Auftritt von Hip-Hop-Shooting-Star Cro am Samstag ist schon ausverkauft: „Wir sind nah am Geschehen dran“, so Kesten.

Schwarze Null mit mehr Personalausgaben

Ökonomisch schrieb das franz. K 2011 „eine schwarze Null“, sagt Andreas Roth. Wobei das Team aufgestockt wurde, derzeit arbeiten zehn Leute auf sieben Stellen. Das soziokulturelle Zentrum finanziert 60 Prozent seiner Ausgaben selbst. Die öffentlichen Zuschüsse decken die Kosten für Personal und Betrieb, die jeweils rund 250 000 Euro ausmachen, nicht voll ab. Unterstützung kommt vom Kulturverein franz. K. Dem gehören jetzt über 250 Leute an. Alt und Jung, aus unterschiedlichen Schichten – in einem Jahr kamen 50 Mitglieder dazu, bei der Gründung im Oktober 2008 waren es noch ganze 25 gewesen. Für den Vorsitzenden Karl Grüner widerspiegelt das die Attraktivität des franz. K.

2012 werden so erfolgreiche Projekte wie der Poetry-Slam „Poesie und Pommes“ fortgesetzt. Dabei „ist das Haus immer voll“, sagt Andreas Roth, überwiegend Schüler brächten Texte auf hohem Niveau. Gefragt ist auch die interkulturelle Party „Easy Sunday“ mit Jam-Session und Kinderbetreuung, die der in Gambia geborene Abdou Sarr ein bis zweimal im Monat organisiert.

Ein Höhepunkt im Jahresprogramm ist das Landes-Jazz-Festival, das der Jazzclub in der Mitte in Kooperation mit dem franz. K vom 16. März bis 29. April organisiert. Im politischen Kabarett hat Organisatorin Rita Lorenz Matthias Deutschmann für einen Auftritt im Mai gewonnen, nächstes Jahr kommen dann Georg Schramm und vielleicht sogar Altmeister Dieter Hildebrandt. Es gibt wieder Weltmusik für Jung und Alt, Singer und Songwriter, Indie-Rock, Figurentheater, Auftritte freier Gruppen. Roth sagt stolz: „Wir haben die Kontakte, wo richtig was geht.“

In Kooperation mit dem Tonne-Theater soll es eine Neuauflage der „Frankfurter Hörschule“ geben, wo Schauspieler aktuelle Bezüge aus der Popmusik aufgreifen. Die Philharmonie will die Zusammenarbeit mit der innovativen Musikreihe „Sonic Visions“ fortsetzen. Auch mit der Volkshochschule wolle man verstärkt kooperieren, sagt Roth.

Sorgen bereiten den Betreibern aber die Pläne, im Zuge der städtebaulichen Neuordnung des Gebietes City-Nord die Burkhard+Weber-Straße auszubauen und am Hinterhof des Zentrums vorbei zu führen, wo dann kein Platz mehr für Tourlaster oder Busse wäre. Andreas Roth unterstreicht: „Wir könnten das franz. K dann nicht mehr in der jetzigen Art betreiben.“

03.02.2012 - 08:30 Uhr

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