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Förderverein springt ein

Anfangsklassen der Werkrealschule kriegen Ganztagsbetreuung

Um für Eltern attraktiver zu werden, bietet die Werk- realschul-Außenstelle in Wannweil kommendes Jahr eine Ganztagsbetreuung für Fünfer und Sechser.

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Mario Beisswenger

Wannweil. Die gemeinsame Werkrealschule von Wannweil, Kirchentellinsfurt und Kusterdingen ist nicht gerade ein Erfolgsmodell. Die Anmeldungen fürs neue Jahr sind mit 15 Schülern kümmerlich. Ein möglicher Grund: Die Schule kann keine Ganztagsbetreuung anbieten. Das soll in Wannweil für die Klassen fünf und sechs jetzt geändert werden.

Am Donnerstagabend beschloss der Wannweiler Gemeinderat mit der aufs ganze Jahr berechneten bescheidenen Summe von 3200 Euro ein durchgängiges Angebot von Montag bis Donnerstag bis 16 Uhr anzubieten, freitagnachmittags bis 14 Uhr. Möglich macht das der gut organisierte Förderverein der Uhlandschule. In ihrem Grundschulbereich kann die Gemeinde die Ganztagsbetreuung inzwischen ganz offiziell anbieten, abgesichert auch mit Lehrerstunden. Das Problem für Eltern fängt beim Übergang zur weiterführenden Schule an. „Die Eltern sind dann weiter auf Kinderbetreuung angewiesen“, vermutet Bürgermeisterin Anette Rösch.

Sie jedenfalls sieht im fehlenden Ganztagsangebot der gemeinsamen Werkrealschule einen Konkurrenznachteil mit anderen Schulen – ähnlich wie Rektorin Brunhilde Georges. Eltern dürfen ihre Kinder in Reutlingen oder Tübingen anmelden, wenn es vor Ort kein vergleichbares Angebot gibt. Nur elf von 24 möglichen Kinder gehen aus Kirchentellinsfurt und Wannweil auf die Werkrealschule am Ort, aus Kusterdingen keiner der vier Schüler mit einer entsprechenden Empfehlung.

Das Angebot des Fördervereins ist – so wie in den Anfangsjahren an der Grundschule – nicht offiziell anerkannt, aber genau so verlässlich. Das Regierungspräsidium unterstützt die Arbeit mit einem Zuschuss von 2800 Euro. Für Rösch ist das Angebot in Wannweil mit Mensa, Hausaufgabenhilfe, Streitschlichtung oder einfach Handarbeit eine gute Ergänzung zur Schulsozialarbeit, die Kirchentellinsfurt bezahlt.

Der Wannweiler Rat stimmte dem Plan zwar einstimmig zu, debattierte aber grundsätzlich über die Werkrealschule. Uta Sommer (ALW) gab der alten Landesregierung die Schuld, wenn die Eltern ihre Kinder nicht an die örtliche Schule schicken. Rösch sah als Ursache der zögerlichen Anmeldung eher „das Hick-Hack“, das sich durch den Kampf Kusterdingens für eine durchgehend an seinem Ort befindliche Klasse ergeben habe. Theresia Mann (SPD) regte an, die Ganztagspläne der neuen Landesregierung im Auge zu behalten und rechtzeitig eine Förderung zu beantragen. Am liebsten hätte sie auch die Schulsozialarbeit ausgeweitet.

Das passte dann Erich Herrmann (CDU) nicht. „Sie brauchen noch Schulsozialarbeit, wenn in der Uhlandschule nur noch drei Schüler sind.“ Die Forderung beruhe auf ideologischer Verblendung. Mit der ganzen Betreuung müsse es auch mal eine Grenze haben. „Ich habe es jedenfalls genossen, dass ich nicht den ganzen Tag in der Schule gesessen bin.“

17.05.2011 - 08:30 Uhr

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