Vor zehn Jahren wurde in Walddorfhäslach die Frauenliste gegründet – ein Grund für Feier und Rückblick.
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Walddorfhäslach. Um den Frauenanteil ist es in vielen Gemeinderäten immer noch schlecht bestellt. In Walddorfhäslach wollten das einige Frauen ändern und mehr Rätinnen ins Rathaus bringen. Entstanden ist daraus die Frauenliste Walddorfhäslach, die jetzt im Dorfgemeinschaftshaus ihr zehnjähriges Jubiläum feierte.
Die Erste Vorsitzende Claudia Beck brachte es so auf den Punkt: „Wir sind Vorbilder für junge Frauen, wir tragen und übernehmen Verantwortung, und wir haben auch nie unsere Kinder – und Ehemänner vernachlässigt.“ Mit Vorurteilen müssen politisch engagierte Frauen noch heute kämpfen. Trotz Fehlschlägen könne die Frauenliste aber auf eine erfolgreiche Arbeit zurückblicken. Von 1972 bis 1999 hatten es gerade mal drei Frauen in das vierzehnköpfige Gremium geschafft. Mit einer reinen Frauenliste hofften die Gründerinnen, den Anteil an weiblichen Gemeinderätinnen zu erhöhen.
Bei der Kommunalwahl 1999 traten sie zum ersten Mal an und errangen auf Anhieb zwei Mandate. Allerdings, erzählt Hilde Eggensperger, habe man die zwei Gemeinderätinnen „nicht allein stehen lassen“ wollen.
Es dauerte seine Zeit, bis die Satzung allen Anforderungen entsprach. Am 4. Juli 2001 fand dann im Walddorfer Musikerheim die Gründerversammlung statt. „Elf Freundinnen“, sagt Eggensperger, waren sie damals: „Fast die Hälfte hat gleich ein Pöstle gekriegt.“ Seither haben sie bei den Kommunalwahlen konstant zwei Sitze bekommen.
Derzeit sitzen Hilde Eggensperger und Gabriele Armbruster für die Frauenliste im Gemeinderat. Die Erhöhung des Frauenanteils ist den Mitgliedern ein dauerhaftes Anliegen, der Verein allerdings engagiert sich vielfältig. Darauf verwies auch Bürgermeisterin Silke Höflinger, die mit Blumen und Wein gratulierte: „Sie sind sozialgesellschaftlich eine unglaubliche Bereicherung für Walddorfhäslach.“
Die vielfältigen Initiativen skizzierten Armbruster und Eggensperger im Rückblick: Der „Christkendlesmarkt“, der Lesetreff und der Spielplatz Weiherwiesen gehen auf das Konto des Vereins, zwei Ruhebänke wurden angeschafft, das Internationale Frauencafé eingerichtet. Die Frauen sind aktiv beim Ferienprogramm für Kinder und Erwachsene und organisieren Veranstaltungen zu Gedenktagen wie dem Internationalen Frauentag und dem Internationalen Kindertag.
Auf den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November möchte die Frauenliste mit einer Fahne am Rathaus aufmerksam machen. „Da gehört sie nämlich hin“, sagt Gabriele Armbruster. Bislang ging dieser Wunsch nicht in Erfüllung. Aber Claudia Beck sagte es bereits in ihrem einführenden Grußwort: „Wir sind so gut, wir geben nicht auf!“ tea