Knapp 24 Millionen Euro schwer ist der Haushalt der Gemeinde Pliezhausen. Im kommenden Jahr profitiert sie stark vom kommunalen Finanzausgleich.
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Mario Beisswenger
Pliezhausen. „Sichern und Erhalten der Infrastruktur und Schuldenabbau.“ So fasste Bürgermeister Christof Dold das Wichtigste über den Etat für das kommenden Jahr zusammen. Das Zahlenwerk billigte der Rat am Dienstag einstimmig.
„Der von der Verwaltung eingebrachte Haushaltsplan macht Freude“, sagte Wolfgang Wermke (KLUB). Bei den Sparrunden der zurückliegenden Jahre habe der Gemeinderat sogar schon Ideen gewälzt wie die, im Trauzimmer das immer wieder frische Blumengesteck durch ein dauerhaftes Trockengesteck zu ersetzen. Das sei bei den diesjährigen Beratungen nicht notwendig gewesen.
Die Gemeinde profitiert in gewisser Weise von den zurückliegenden finanziell schlechten Jahren. Die sind Maßstab für die Einnahmen etwa aus dem kommunalen Finanzausgleich oder bei Ausgaben wie der Kreisumlage. Diese Effekte summieren sich nach dem von Kämmerer Dieter Haug vorgelegten Etat auf Mehreinnahmen gegenüber 2011 von 325 000 Euro. „Die Gemeinde profitiert von dem sehr gut gefüllten Topf der Finanzausgleichsmasse.“
Und wegen der noch guten Konjunktur 2011 sprudelt gleichzeitig kräftig das Geld aus einer der Haupteinnahmequellen der Gemeinde, die ein Viertel der Einnahmen bringt: der Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer, die das Land einzieht. Mit fünf Millionen liegt der Posten eine halbe Million Euro höher als vergangenes Jahr.
Die 185 Betriebe der Gemeinde sollen 2012 rund 3,3 Millionen Gewerbesteuer abführen. Im Spitzenjahr 2008 waren das noch 4,4 Millionen, dazwischen sank der Betrag aber auf 2,2 Millionen. Die Gewerbesteuer stellt 2012 drei Viertel aller eigenen kommunalen Einnahmen. Das restliche Viertel steuert zum allergrößten Teil die Grundsteuer B bei. Für eine Gemeinde mit gut 9000 Einwohnern sind auch die Erlöse aus Grundstücksverkäufen hoch. 2012 sollen dabei 1,7 Millionen hereinkommen. Im Dezember wurden etwa die zehn Gemeinde-Grundstücke im Neubaugebiet Hasenäcker in Dörnach ausgeschrieben. Nutzen kann das Geld der Kämmerer, um die Rücklagen aufzufüllen und um Schulden abzutragen. Trotz einer Sondertilgung von fast einer halben Million bleibt Pliezhausen noch ein Schuldenstand von 2,7 Millionen. Zur Erinnerung: 2005 und 2006 lagen die Schulden noch bei mehr als sechs Millionen.
Beim Eigenbetrieb Wasserversorgung bleibt das Defizit mit 2,1 Millionen auf der Höhe der Vorjahre. Der zweite vom Bürgermeister betonte Aspekt, die Erhaltung der Infrastruktur, nimmt sich 2012 übersichtlich aus. Die Sanierung in der Marien- und Jakobstraße ist samt der Kanalerneuerung mit etwa 560 000 Euro der größte Einzelposten. Mit 340 000 Euro will die Gemeinde Regenüberlaufbecken an der Oberen Bachstraße und dem Schillerplatz so modernisieren, dass sie Starkregen besser abfangen.
Saniert werden nach 20 Jahren auch die Leichtathletik-Anlagen im Schönbuchstadion. Am Dienstag beschloss der Rat außerdem, einen neuen Unimog für den Winterdienst anzuschaffen. Erst für 2013 bis 15 fasst Pliezhausen dann wieder größere Ausgaben ins Auge. Für ein neu gebautes Bürger- und Vereinshaus sind vier Millionen vorgesehen, ein weiteres Kinderhaus soll gut zwei Millionen Euro kosten. „Aus heutiger Sicht“, so schreibt der Kämmerer, „wären diese Projekte ohne Kredite, aber mit größeren Grundstückserlösen solide finanzierbar.“