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Kunstraum in bewegten Bildern

Daniela Waitzmann zeigt ihre Arbeiten im Pliezhäuser Abriss-Haus

Daniela Waitzmann hat in einem Haus in der Pliezhäuser Ortsmitte, das 2012 abgerissen wird, einen „Kunstraum“ mit eigenen Arbeiten eingerichtet.

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Matthias Reichert
Daniela Waitzmann vor ihrer 2010 entstandenen Arbeit „Commagem 4“.Bild: Haas Daniela Waitzmann vor ihrer 2010 entstandenen Arbeit „Commagem 4“.Bild: Haas

Pliezhausen. Vor dreieinhalb Jahren zog die Künstlerin Daniela Waitzmann aus Nürnberg nach Pliezhausen. Sie richtete ein Atelier in der Nelkenstraße 11 ein. Das Haus gehört der Gemeinde, die es nun Mitte 2012 für ein Wohnbauprojekt abreißen will. Als die Wohnung im ersten Obergeschoss frei wurde, bekam die Künstlerin sie für ihre Ausstellungen bis zum Abriss gegen eine Nutzungsgebühr überlassen; jetzt öffnet sie dort ihren Kunstraum alle vier Wochen und plant auch Konzerte.

„Manchmal arbeite ich auch hier.“ Die gemusterten und geblümten Tapeten bilden einen eigenwilligen Kontrast zu den Malereien, die Waitzmann immer wieder gegen neue Arbeiten austauscht: „Alle vier Wochen sieht es anders aus.“ Als ihr Leit-Thema nennt sie „Kunst und Mensch“. In so genannten „Commagen“ vermischt sie Collagen, die wesensfremde Realitäten kombinieren, und Hommagen an bekannte und unbekannte Künstler/innen.

So ziert eine Graffiti-Arbeit die Auseinandersetzung einer Schulklasse mit einem Konzeptkünstler. Und in einer Zeichnung gestaltet sie das Abbild eines Kinofilms auf dem Computer-Desktop. Etwa drei Jahre hat Waitzmann die Auseinandersetzung mit postmodernen Zitat-Strukturen beschäftigt. Mittlerweile lässt sie sich von Reflexionen auf unterschiedlichen Materialien zu abstrakten Malereien und Zeichnungen voll verschlungener Lineamente inspirieren. Zurück zu den Wurzeln – „eigentlich komme ich aus der ungegenständlichen Arbeit“.

Der Pliezhäuser Filmemacher Bernd Geupel hat sie ein Jahr lang in ihrem Kunstraum begleitet. Bei der Arbeit wollte sie sich nicht beobachten lassen, sagt Waitzmann – nun interagiert sie im Video durch Gesten und Bewegungen mit den Kunstwerken, gießt etwa aus zwei Gießkannen Wasser, das sich in einem einzigen Strahl vermischt. Der viereinhalbminütige Film „Temporäre skulpturale Überlagerungen“ ist im Kunstraum zu sehen.

Eine andere Arbeit heißt „Amor und Psyche“ – ein Frauenakt schaut durch eine Fensterfront in eine rötliche, bewucherte Landschaft. In Installationen arbeitete Waitzmann mit Wasser-Reflexen auf unterschiedlichen Oberflächen. Plastik-Figürchen und figurative Farbtupfer kontrastieren mit flächigen, abstrakten Malereien. Großformate sprengen fast die Räume – frühe Pop-Art-Arbeiten mit Frauenfiguren, Zeichen, Logos, einer Aldi-Süd-Kulisse, gegenüber verschlungene Figurenwelten und transformierte Installationen in Acryl und Eitempera. Und immer wieder das Leitmotiv der Geburt – ein Kosmos mit vielen Facetten.

Info: Der Kunstraum in der Pliezhäuser Nelkenstraße 11 öffnet wieder am Sonntag, 29. Mai, von 16 bis 19 Uhr.

25.05.2011 - 08:30 Uhr | geändert: 30.05.2011 - 15:58 Uhr

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