Amy Winehouse war schon zu Lebzeiten eine Legende, ihr früher Tod machte sie vollends zum Mythos. Zwei Autoren beschreiben das turbulente und kurze Leben der britischen Ausnahmekünstlerin jetzt auf 224 Seiten.
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SWP
"I died a hundred times" - "Ich bin hundertmal gestorben". Diesen Satz hat Amy Winehouse immer wieder gesungen. Er stammt aus dem Refrain ihres Mega-Erfolgs "Back to Black". Diesen Satz stellen auch die Autoren Alexander Schuller und Nicole von Bredow ihrer Biografie über die diesen Sommer verstorbene britische Ausnahmesängerin und deren "viel zu kurzes Leben" voran. Das Buch "Back to Black" über die britische Sängerin, die im Juli im Alter von nur 27 Jahren mit 4,16 Promille Alkohol im Blut starb, ist seit Montag auf dem Markt.
Es beginnt im "Hawley Arms", jenem von Rauchschwaden durchwaberten Pub im Londoner Szene-Stadtteil Camden, den Amy Winehouse ihr Zuhause nannte - das gilt für Camden wohl genau so wie für die Kneipe. "Amy war Stammgast", schreiben die Autoren. "Eigentlich schneite sie täglich herein, wenn sie sich in ihrer ,Hood Camden aufhielt und keine anderen Termine wahrnehmen musste." Und immer wieder kehrt auch das Buch dorthin zurück. Weggefährten und Gäste erinnern sich daran, wie es war, wenn Amy zum Billardspielen vorbeikam, zum Rauchen und vor allem zum Trinken.
Im "Hawley Arms" fand auch die schicksalhafte Begegnung mit ihrer großen Liebe Blake Fielder-Civil statt, die - da stimmen die Autoren in den bekannten Kanon ein - zum Wendepunkt wurde im damals schon stürmischen Leben der jungen Frau. "Nach nur einem Monat an seiner Seite war ,Blake über ihrem Herzen zu lesen - sie hatte sich seinen Namen über die linke Brust tätowieren lassen", heißt es in der Biografie "Back to Black". "Es war eine fatale Liebe."
Viel Neues gibt es darin jedoch nicht zu erfahren über die Sängerin, die mit nur zwei Alben - "Frank" und eben dem Welterfolg "Back to Black" - Musikgeschichte geschrieben hat.
Schuller und von Bredow tragen schlichtweg zusammen, was nach dem Tod der Sängerin über sie gesagt und geschrieben worden ist. Darüber hinaus lassen sie noch eine Psychologin zu Wort kommen, die unter anderem über das "Borderline-Syndrom" spricht.
Illustriert und untermalt wird das Ganze mit Bildern, die Amy Winehouse als Kind und Jugendliche zeigen. Hier eine lachende Amy, da eine glückliche und erfolgreiche, aber dann auch wieder mal eine verängstigte und verzweifelte Amy, wie etwa bei ihrem berühmten letzten Auftritt in Belgrad rund einen Monat vor ihrem frühen Tod.
Die Biografie erzählt von ihrer Kindheit, dem liebenden Vater und der kühlen Mutter, ihrem Glauben an das Karma, den Anfängen ihrer großen Karriere, ihrer Magersucht und ihren Versuchen, sich von Alkohol und Drogen loszusagen.
"Alles, was sie machte, machte sie exzessiv. Sie trank bis zum Exzess und sie entgiftete sich bis zum Exzess", zitieren die Autoren Amys Vater Mitch Winehouse. "Aber die Perioden ihrer Abstinenz wurden in letzter Zeit länger, und die Perioden, in denen sie trank, wurden kürzer." Retten konnte sie das letztlich nicht mehr.
"Wenn Du jemanden liebst, der suchtkrank ist, wartest du auf den Anruf. Und der Anruf wird kommen. Du wünschst dir, dass der Süchtige selbst anruft und dir sagt, dass er genug hat, dass er aufhören will und dass er etwas neues ausprobieren will", schrieb der Schauspieler und Moderator Russell Brand in seinem Nachruf. "Aber natürlich fürchtest du den anderen Anruf, jenes traurige, nächtliche Klingeln, nach dem ein Freund oder Verwandter dir sagt, dass es zu spät ist". Ein solcher Anruf erreichte Mitch Winehouse am 23. Juli 2011 in seinem New Yorker Hotelzimmer.
Auch die letzte SMS, die Amy Winehouse kurz vor ihrem Tod noch an ihren langjährigen Freund Kristian Marr schrieb, dokumentieren die Autoren in ihrem Buch: "Ich werde immer da sein." BRITTA SCHULTEJANS, dpa.