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Erste Kandidatin

GL-Gemeinderätin Petra Rupp-Wiese bewirbt sich als Bürgermeisterin

Es war am Samstagmorgen, kurz nach Mitternacht, als Petra Rupp-Wiese ihre Bewerbung in den Briefkasten des Gomaringer Rathauses steckte. Die Gemeinderätin der Grünen Liste möchte Nachfolgerin von Bürgermeister Manfred Schmiderer werden.

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susanne Wiedmann
Juristin Petra Rupp-Wiese in ihrer Gomaringer Kanzlei.Archivbild: Rippmann Juristin Petra Rupp-Wiese in ihrer Gomaringer Kanzlei.Archivbild: Rippmann

Gomaringen. Als Manfred Schmiderer im Januar mitteilte, er werde vorzeitig in den Ruhestand gehen, beschäftigte sie wieder dieser Gedanke. Bereits bei der vergangenen Gomaringer Bürgermeisterwahl war Petra Rupp-Wiese angesprochen worden, ob sie nicht kandidieren wolle. Nie wäre sie jedoch gegen Manfred Schmiderer angetreten. Nach wie vor bedauert sie seinen Rücktritt.

Aber die Situation ist nun eine andere. Nochmals wurde sie von verschiedenen Leuten gefragt. „Ich habe gespürt: Ich muss mich schnell entscheiden“, sagt die 58-Jährige. „Und ich hatte den Eindruck: Jetzt würde es passen. Jetzt bin ich menschlich reif dafür.“

Und weil sie ein Typ sei, der Entscheidungen treffe, wollte sie nicht taktieren und eine Kandidatur hinauszögern. Sie informierte Bürgermeister Schmiderer und die Fraktionen, bewarb sich zum frühesten Termin. Denn erst am Freitag war die Stellenanzeige im Staatsanzeiger erschienen und erst am folgenden Tag können die Bewerbungsunterlagen eingereicht werden. Nachdem sie ihren Briefumschlag kurz nach Mitternacht bei Eiseskälte im Rathaus eingeworfen hatte, kehrte die Juristin nach Hause zurück und teilte ihre Kandidatur den Vereinen, Kirchen und der Feuerwehr per Mail mit.

Es sei nicht so, sagt sie im Gespräch mit dem TAGBLATT, dass sie nicht gerne als Anwältin arbeite. Als Bürgermeisterin läge jedoch eine neue Spannung in dieser Aufgabe, die sie reizen würde. Bislang sei sie die Anwältin einzelner, als Bürgermeisterin wäre sie die Anwältin aller Gomaringer. „Das ist doch eine schöne Aufgabe.“ Nirgendwo sonst würde sie sich je als Bürgermeisterin bewerben. „Nur hier und jetzt.“

Seit 30 Jahren lebt die gebürtige Tübingerin in Gomaringen, seit 18 Jahren gehört sie dem Gemeinderat an und ist Fraktionsvorsitzende der Grünen Liste. In dieser Zeit habe sie den Ort mitgestaltet, ihn kennengelernt und sehr viel mehr mitgekriegt als andere mit einer Verwaltungsausbildung, sagt sie. Sie habe viel Erfahrung. „Zudem beherrsche ich die juristische Sprache, die Sprache der Verwaltung.“

Klar, eine Wahl sei nie berechenbar. „Aber ich rechne mir Chancen aus.“ Sie sei nicht von der Partei der Grünen aufgestellt worden, sagt Rupp-Wiese. „Ich habe mich selbst aufgestellt.“ Jedoch hätte sie positive Rückmeldung aus dem „grünen Umfeld“ erhalten. Sie möchte unabhängig Kommunalpolitik betreiben. „Die Partei ist die Basis, die hilft, Verbindungen herzustellen, uns zu informieren, was bei der Landesregierung läuft und die Kommunen betrifft. Sie ist eine Unterstützung – mehr nicht.“

In den nächsten Wochen bis zum Wahlsonntag am 29. April werde sie „keinen aufgebauschten Versprechenswahlkampf“ machen. Weil sie als Bürgermeisterin viele Wege, die bereits angebahnt sind, weitergehen würde – wie die bevorzugte Innenverdichtung des Ortes oder die energetische Sanierung von Gebäuden.

Besonders wichtig sei ihr die Bürgerbeteiligung. Noch mehr Gomaringer, die sich für den Ort verantwortlich fühlen, möchte sie in Entscheidungen einbeziehen. Bereits jetzt seien die Vereine sehr engagiert.

Zu den Prioritäten von Petra Rupp-Wiese, Mutter zweier erwachsener Töchter und dreifache Großmutter, gehört die Bildung. „Die Gemeinschaftsschule ist die einzige Schulart, die uns weiterbringt“, findet sie. Denn es sollten alle eine Chance bekommen.

06.02.2012 - 07:30 Uhr | geändert: 06.02.2012 - 07:42 Uhr

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