Noch ist ungewiss, ob nach dem klaren Wahlsieg von Bürgermeister Thomas Noé weitere Mitglieder des Starzacher Gemeinderats aufhören werden. Einige haben sich offenbar Bedenkzeit gegeben.
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willibald ruscheinski
Starzach. Laut Hans-Peter Ruckgaber, der seine eigene Demission bereits bekannt gegeben hat, wurden Rücktrittswünsche anderer Ratsmitglieder auf einem Treffen des Gremiums am Dienstagabend zwar besprochen, eine Entscheidung samt öffentlicher Stellungnahme aber vertagt. „Einige Kollegen überlegen es sich noch“, sagte Ruckgaber gestern auf Anfrage, „und sie wollen bis Ende der Woche auch noch mit anderen Leuten darüber sprechen.“
Derweil hat Karl Josef Milles, der wie Ruckgaber definitiv ausscheiden wird, gestern in einem offenen Brief an Bürgermeister Thomas Noé diesen Schritt begründet Hintergrund seiner Entscheidung, schreibt Milles darin, „sind die in letzter Zeit gemachten Erfahrungen. Wenn unter dem Deckmantel von Anstand, Moral und christlicher Ethik offene und versteckte Beleidigungen des Gemeinderats als Institution geduldet und von der Mehrheit unserer Bevölkerung gut geheißen werden, wenn Äußerungen von Gemeinderäten in öffentlichen Versammlungen mit Hasstiraden begleitet werden, ist dies nicht mehr meine kommunalpolitische Welt. In Starzach und offensichtlich auch von Amtsträgern und Bürgermeistern umliegender Gemeinden, die es besser wissen sollten, wurde das Hauptorgan der Gemeinde, die Institution Gemeinderat, das höchste Ehrenamt in einer Gemeinde auf Gröblichste missachtet.“
Landrat: „Moderne Form der Brunnenvergifterei“
Nach der Bekanntgabe von Thomas Noés Wahlsieg hatte Landrat Joachim Walter gesagt, nun müsse es aufhören, dass „in Heckenschützen-Manier“ mit Beschwerden und Verdächtigung gegen den Bürgermeister vorgegangen werde – und hatte von einer „modernen Form der Brunnenvergifterei“ gesprochen. Den Gemeinderat hatte Walter dieser Kampagne allerdings nicht bezichtigt.
Schmiderer: „Weit nach unten bewegt“
Auch Manfred Schmiderer, der Vorsitzende des Bürgermeister-Sprengels, hatte keine konkreten Adressaten genannt, als er am Sonntag in seiner Glückwunschadresse an Noé den Wahlkampf kommentierte und feststellte, die Gemeinde habe „unglaublichen Schaden erlitten.“ Das eindeutige Ergebnis, so Schmiderer im Bierlinger Bürgersaal, sei eine Aufforderung an „alle, die sich in den vergangenen Wochen weit nach unten bewegt haben“, nun wieder zum Wohle Starzachs zu arbeiten: „Wenn sie es nicht können, sollen sie die Konsequenzen ziehen.“ ski