[X]
 per eMail empfehlen


   

Kein Sparkässle

Neustetten muss den Wald subventionieren

Andere Kommunen erzielen Gewinne aus ihrem Waldbesitz. Doch Neustetten macht mit seinem Gemeindewald regelmäßig Verlust.

Anzeige


michael hahn
Raik Tänzer, Revierförster für Neustetten und acht Rottenburger Stadtteile. Privatbild Raik Tänzer, Revierförster für Neustetten und acht Rottenburger Stadtteile. Privatbild

Neustetten. Der Großteil der 1588 Hektar Markungsfläche der Gemeinde Neustetten besteht aus Wiesen und Feldern. Im Stäble wächst nur relativ wenig Wald; und nur ein Teil davon ist in Gemeindebesitz: 76,8 Hektar. Der Großteil davon befindet sich im Rommelstal und ist für Waldarbeiter relativ schwer zugänglich. Die Kosten sind hoch, die Erträge niedrig.

Die Folge: Selbst in der aktuellen Periode mit relativ hohen Holzpreisen macht Neustetten noch Verlust mit seinem Wald. Der Minus-Betrag ist aber gering: Im aktuellen Haushaltsjahr ist ein Verlust von 3800 Euro eingeplant, im kommenden Jahr sollen es 4700 Euro sein. So steht es im Betriebsplan für den Neustetter Gemeindewald, den Revierförster Raik Tänzer am Montagabend im Gemeinderat vorstellte.

Bürgermeister Gunter Schmid nahm‘s gelassen: „Wir werden durch den Wald nicht reich. Unsere Priorität liegt woanders. Der Gemeindewald ist ein Beitrag zum Umweltschutz.“

Wie in den Vorjahren will Tänzer im Jahr 2012 rund 200 Festmeter Holz einschlagen, davon 70 Festmeter Stammholz. Das Minus wird aus dem Gemeindehaushalt (Gesamtvolumen derzeit 6,6 Millionen Euro) bezahlt. Das Gremium stimmte einstimmig zu.

Anders als etwa in Hirrlingen (das TAGBLATT berichtete) gab es im Neustetter Gemeinderat auch keine Einwände gegen das Alt- und Totholzkonzept, das die Forstverwaltung flächendeckend einführen will. Die Förster sollen punktuell „Mini-Bannwälder“ markieren, deren Bäume nicht gefällt werden dürfen, erklärte Tänzer. Das Ziel: Spechte und andere geschützte Tierarten sollen genügend alte Bäume als Lebensräume vorfinden. Pro drei Hektar soll dafür eine Gruppe von 10 bis 15 Bäumen rund um einen großen „Initialbaum“ (Tänzer) reserviert werden.

Da Neustetten sowieso nur über wenig Altholz-Bestände verfügt, und da diese sowieso an schwer zugänglichen Hängen wachsen, „werden wir durch das Konzept nicht auf hohe Erlöse verzichten“, sagte Tänzer. Auch Bürgermeister Schmid hatte damit „kein Problem“. Denn: „Wir haben topografisch dafür sehr günstige Flächen.“

Nicht bis zum Totholz-Stadium dürfen es die großen Fichten am Täles-Grillplatz im Rommelstal schaffen. Aus Sicherheitsgründen muss die Gemeinde regelmäßig überprüfen, ob sie noch stabil dastehen. Noch in diesem Jahr will Schmid ein entsprechendes Gutachten einholen. Revierförster Tänzer möchte die markanten Bäume erhalten, so lange es irgendwie geht. „So was kriegen wir nicht so schnell wieder.“ Die Pappeln am Seltenbach will er aber bald fällen lassen.

Eigentlich müsste die Gemeinde auch ihre sieben Brücken im Rommelstal überprüfen lassen. Sie sind fast 50 Jahre alt. Doch dieses Gutachten dürfte mehrere Tausend Euro kosten. Deswegen verschiebt man den Test. Gemeinderat Walter Lutz war einverstanden: „Unsere Brücken sind stabil, das sieht man.“

Die Brücken musste man bauen, weil der Seltenbach wieder dauerhaft Wasser führte, nachdem an seinem Oberlauf die Ergenzinger Kläranlage in Betrieb ging. Vorher, so erinnerte sich Hans Maier, fuhr man mit dem Schlepper einfach durchs trockene Bachbett.

26.10.2011 - 08:30 Uhr

Anzeige

Anzeige


Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T�bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Anzeige


Anzeige


Ihr Kontakt zur Redaktion

Single des Tages
Anzeige
Coole Streetwear - Mode von Carhartt gibt es bei Def-shop