Kusterdingen. „Das ist ein Vier-Takt-Motor, wenn der läuft, macht es tok-tok-tok.“ Bruno Ankele gerät ins Schwärmen. Seit über 30 Jahren ist er Mitglied im Modellflugclub Kusterdingen, seit 26 Jahren dessen Vorstandsvorsitzender. Modellbau und Fliegen, möglichst originalgetreu, ist seine Leidenschaft. Und so kennt er sich auch bestens aus mit den verschiedenen Segelfliegern, Motorseglern, Jets und Oldtimer-Modellen. In der Turn- und Festhalle waren am Samstag und Sonntag rund 150 Modelle ausgestellt – neben ein paar wenigen Booten waren es überwiegend Flieger, die meisten davon Leihgaben von Vereinsmitgliedern.
Da lohnt sich auch mal ein genauer Blick: Liebhaber von Modellfliegern kamen am Wochenende auf ihre Kosten bei der Ausstellung des Modellflugclubs Kusterdingen in der Turn- und Mehrzweckhalle.Bild: Metz
Was früher gänzlich Handarbeit war, kann man heute als Bausatz kaufen und damit schneller und sicherer zum Fliegen bringen. Doch Ankele weist auch auf die Schattenseiten hin: „Die werden mitunter billig in Asien hergestellt und dann hier teuer verkauft.“
Wie viel Zeit passionierte Hobby-Modellbauer einst in den Bau eines Fliegers der investierten, ist kaum noch vorstellbar. „An den alten Fliegern hat man ewig gebaut – da reichte ein Winter nicht“, erzählte Ankele. Wer dabei noch die Tragflächen selbst bespannt, braucht Mut und Geduld: Denn beim Aufziehen der Folie kann man mitunter den gesamten Flieger ruinieren.
Neben so einem Oldtimer-Modell der 30er-Jahre wie dem Tiefdecker „Messerschmitt M35“ waren am Wochenende auch so schnittige Modelle wie der „Futura“-Jet zu sehen. „Für so ein Ding kann man sich heute einen Kleinwagen kaufen“, erklärt Ankele.
Aber insgesamt sollte man ohnehin nicht zu viele Flieger besitzen, rät der 60-Jährige: „Ein Elektro-Segler, ein normaler Segler und eine kleine Motormaschine – das reicht aus.“ Allerdings legt er auch jedem Modellflieger ans Herz, in einen Verein zu gehen: Denn die können die notwendigen zusätzlichen Versicherungen günstig anbieten. „Wenn da mal was passiert und jemand verletzt wird, da zahlt die Haftpflicht nicht“, weiß der Vereinsvorsitzende.
Der Verein zählt 48 aktive Mitglieder, darunter sind knapp zehn Jugendliche. Einer von ihnen ist der 19-jährige Steffen Henne. Beim Indoor-Fliegen zeigte er am Wochenende beeindruckende Kunststücke mit verschiedenen Hubschraubern und Fliegern. Letztere lassen sich teils schon mit zwei Stunden Bauzeit aus Baumarkt-Materialien und einem kleinen Motor bauen.