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Keine Lust auf das Rrrrratsch

Parkplätze brachten BM Knauss in einen Loyalitätskonflikt

Versprochen ist versprochen. Das hat Bürgermeister Bernhard Knauss jüngst in die Bredouille gebracht – bei den Anwohnern der Alten Steige. Es ging um Parkplätze.

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Wolfgang Albers
In diesem Bereich der Alten Steige soll es bei den markierten Parkplätzen bleiben. Archivbild: ... In diesem Bereich der Alten Steige soll es bei den markierten Parkplätzen bleiben. Archivbild: Sommer

Kirchentellinsfurt. Die Alte Steige, sollte man meinen, ist kein Brennpunkt des Kirchentellinsfurter Verkehrs. Wie schon der Name sagt, ist sie eigentlich ausgemustert als Verbindung vom Neckar zur Dorfmitte, und bequem ist der steile, enge Weg ja auch nicht.

Aber zum einen haben das immer noch nicht alle Navis gemerkt – und zum anderen scheinen ein paar Meter direkterer Weg eine ziemliche Anziehungskraft zu haben. Verkehrszählungen kommen manchmal fast an 900 Autos pro Tag, und die lassen es gerne krachen – immerhin Tempo 80 hatte der schnellste drauf. Das ist auf dieser schmalen Gasse schon fast ein Kunststück.

Manchmal allerdings ging gar nichts: Wenn sich zwei Autos begegneten, nicht aneinander vorbeikamen und ein Wagen mitunter 100 Meter zurücksetzen musste, bis Ausweichraum war. Der war so rar, weil alles zugeparkt war.

Deshalb baten die Anwohner die Verwaltung per Brief, eine bessere Lösung zu suchen.

Zur Probe wurde im letzten Jahr die Straße so markiert, das man nur mit Lücken parken durfte, das brachte Möglichkeiten auszuweichen. Bei der Gelegenheit versprach Bernhard Knauss: Wenn die Anwohner das neue System nicht gut finden, wird wieder zum alten Zustand zurückgegangen.

Tatsächlich wünschte eine Mehrheit die Rückkehr zum alten Zustand. Hauptgrund: Die Autofahrer ließen sich von dem Slalom um die Parkplätze nicht ausbremsen und behielten ihr Tempo bei. Vor allem unten schafften sie das, indem sie über den Bürgersteig fuhren. Das ging früher nicht, weil da die Anwohner direkt daneben parkten und so die Fußgänger abschirmten.

Nur: Feuerwehr oder Winterdienst etwa fanden die neue Regelung besser. Und so schlug die Verwaltung vor, aus dem Versuch einen Dauerzustand zu machen. Der Bürgersteig sollte mit kleinen Plastikmarkierungen, die eine biegsame Flappe haben, geschützt werden.

„Jetzt sitzt ich zwischen allen Stühlen“, sagte Bernhard Knauss im Technischen Ausschuss. „Ich hab mich von meinen Leuten überzeugen lassen, dass die jetzige Lösung die bessere ist. Andererseits habe ich – vielleicht etwas voreilig – versprochen, das wieder abzuwickeln.“ Aber letztlich müsse ja der Technische Ausschuss die Entscheidung treffen.

Unzumutbare Gehwegfahrerei

Der nahm also die Verantwortung in die Hand – und erkennbar mit Verständnis für die Anwohner. Davon, die neue Regelung durchzuziehen, war bald keine Rede mehr, ja vereinzelt kam sogar die Anregung, ganz zum alten Zustand zurückzugehen: „Wenn dann einer die Straße runterfährt, tut er das mit dem klaren Risiko, wieder zurücksetzen zu müssen. Wenn das einem nicht passt, fährt er halt die Neue Steige runter.“

Vor allem die Gehwegfahrerei war in den Augen etlicher unzumutbar – und nicht mit den Plastikmarkierungen zu verhindern: „Wenn einer will, fährt er da einfach drüber. Das macht Rrrrrratsch, dann sind die alle he – das gibt richtig gute Musik.“

Kein Argument für den Ausschuss war, dass jetzt Tempo 30 gilt. Viel nützt es nämlich noch nicht: Messungen zufolge wird mit einem Schnitt von Tempo 44 gefahren. Was auch noch zu bedenken ist: Im oberen Teil der Straße fehlt ein Bürgersteig.

Der sollte eigentlich endlich mal gebaut werden. Der Gemeinderat weiß aber noch nicht, wie wichtig ihm dieses Projekt ist. Erst dann hätte man aber eine Gesamtlösung. So einigte sich der Technische Ausschuss auf eine Zwischenlösung: Im unteren Teil kommen die Parkplätze wieder auf die Gehwegseite, oben bleibt es bei den markierten, versetzten Parkplätzen.

03.12.2011 - 08:30 Uhr

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