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Gotteslob mit Mittelgang

Martinskirche zeigt sich dezent verschönt

Fast eine halbe Million Euro steckte die Evangelische Kirchengemeinde in die Renovierung der Martinskirche. Am Sonntag wird das Ergebnis mit einem Gottesdienst gefeiert.

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Mario Beisswenger
Ein etwas helleres Licht fällt in Zukunft auf die Kirchgänger in der Martinskirche von ... Ein etwas helleres Licht fällt in Zukunft auf die Kirchgänger in der Martinskirche von Kirchentellinsfurt – gesteuert durch einen berührungsempfindlichen Bildschirm. Der Kronleuchter aus den 1950er Jahren durfte nach der Renovierung bleiben, die Kirchenbänke und -stühle sind neu. Bild: Metz

Kirchentellinsfurt. Der Bankblock ist weg. Das ist das zunächst Auffälligste beim Besuch in der Martinskirche von Kirchentellinsfurt nach der Renovierung. Ganz neu ist auch das „Säle“ im hinteren Teil. Der ganze Kirchenraum strahlt etwas Warmes, Frisches, Freundliches aus und mittendrin steht Pfarrer Michael Odenwald und freut sich. „Ich bin richtig glücklich.“

Seit März sind Handwerker und Freiwillige in der Kirche gewesen. Nun ist die Decke gereinigt, neue Elektrik installiert, die Wärme der neuen Gasheizung kommt dank neuem Luftkanal auch zu den vorderen Bankreihen. Das Säle lässt sich nun geschickt vom Kirchenraum trennen, bekam ein kleine Küche und eigenen Ausgang zum Kirchhof.

Möglich wurde der Umbau durch ein umfassendes Engagement der Gemeinde. Angefangen hatte es damit, dass die Kirchengemeinderäte die von ihnen gespendeten tausend Euro unters Kirchenvolk brachten. Aufgeteilt in Zehn-Euro-Scheine sollte das Kapital angelehnt ans biblische Gleichnis vermehrt wieder zurückkommen. An Ideen zur Geldvermehrung kam einiges zusammen – von der Spendengala bis zur Ü-30-Open-Air-Disko beim Schützenhaus. Die Absicht gelang, nebenbei mit den Benefiz-Aktionen das Gemeindeleben zu aktivieren. „Da sind Leute aufgetaucht, die sonst nicht zum engeren Kreis gehören“, sagt Odenwald. 234 000 Euro kamen so zusammen. Als besonders effektiver Spendensammler betätigte sich Eberhard Schaich. Der Wirtschaftswissenschaftler und frühere Uni-Rektor agierte als Schirmherr der Aktionen unter dem Titel „Martin mittendrin“ und nutzte seine Kontakte beharrlich. Wenn Zuschüsse von Landeskirche und Kirchenbezirk in erhoffter Höhe eingehen, bleiben nur noch 45 000 Euro an Rechnungen offen.

Neue Kirchenbänke

und alter Leuchter

Auslöser für die Innenrenovierung unter Leitung der Tübinger Architektin Sybille Kellhammer (vor zehn Jahren auch bei der Außenrenovierung dabei) war die marode Ölheizung. Die gab schon 2009 den Geist auf und wurde jetzt durch eine Gasheizung ersetzt. Der Kirchengemeinderat beschloss dann, einige beim letzten großen Umbau 1956 gemachten Dinge rückgängig zu machen. Die damals installierten durchgängigen Kirchenbänke waren lästig, wenn Kirchgänger unauffällig die jetzt ebenerdig zu erreichende Toilette aufsuchen wollten. Die vorderen Reihen waren ohnehin wackelig, weil die Gemeinde sie für Konzerte immer wieder ausbauen musste. Was als Designstück der 1950er Jahre nach einiger Debatte blieb, ist der markante Kronleuchter.

Info: Am ersten Advent, 27. November, ist von 15.30 Uhr an ein feierlicher Gottesdienst zur Wiedereröffnung der Martinskirche. Landesbischof Frank-Otfried July und Dekanin Marie-Luise Kling de Lazzer werden in Kirchentellinsfurt predigen. Danach gibt es Grußworte und einen Stehempfang.

26.11.2011 - 08:30 Uhr

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