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Wehmütig verwoben

„Rodin-Quartett“ begeisterte im Schloss

Bereits im 23. Jahr luden die Kirchentellinsfurter zum „Konzert zum neuen Jahr“ in ihr Schloss. Musikalisch eröffnete diesmal das „Rodin-Quartett“ das neue Jahr.

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madeleine wegner

Kirchentellinsfurt. Das Konzert am Sonntagabend war im Kirchentellinsfurter Schloss mit rund 120 Zuhörern sehr gut besucht. Sicherlich hatten viele noch den Auftritt des Quartetts vor vier Jahren in Erinnerung.

Mit dem lebendig-heiteren Haydn-Quartett C-Dur, opus 33 eröffneten Sonja Korkeala, Gerhard Urban, Martin Wandel (Viola) und Clemens Weigel (Violoncello) den Konzertabend. Primaria Korkeala überzeugte mit schönem Ton, munter warfen sich die Musiker die Motive zu, ließen exaltiertes Zwitschern und Tirilieren hören. Das „Vogelquartett“ genannte Werk war in ihrer Interpretation von heiterem Impetus wie auch von Intensität geprägt. Im zweiten Satz schienen sie zusammen zu atmen und gleichsam eine Spannung aufrecht zu erhalten, dass das Zuhören eine Freude war. Rasant und geradezu stürmisch ging es im letzten Satz zu.

Immer wieder fiel an diesem Abend das enge Zusammenspiel der Musiker auf. Das „Rodin-Quartett“ musiziert seit 1993 in der aktuellen Besetzung - seit der gemeinsamen Zeit an der Münchner Musikhochschule. In einer eigenen Konzertreihe in der Münchner Residenz präsentiert das Quartett seit Jahren je einen Zyklus mit Werken eines ausgewählten Komponisten, darunter Beethoven, Mozart, Schubert und Haydn.

Zum 170. Geburtstag des Komponisten widmet das „Rodin-Quartett“ die Spielzeit 2011/12 Antonín Dvorák. Das Streichquartett C-Dur, opus 61 aus dem Jahr 1881 und Dvoráks letztes, opus 106 in G-Dur, standen im Zentrum des Konzertabends im Kirchentellinsfurter Schloss. Beide will das „Rodin-Quartett“ im Sommer auch auf CD einspielen.

Zweiter Satz

wie edler Trauerflor

Im sehr dichten ersten Satz des C-Dur-Quartetts zeigten sich die vier Musiker ausdrucksstark. Getragen, wehmütig und eng verwoben wie edler Trauerflor erschien der zweite Satz. In Kontrast dazu stand das kraftvolle und elektrisierende Scherzo, das von dem dynamisch bis rasanten Finale noch übertroffen wurde.

Elegant, doch nicht weniger leidenschaftlich erklang das „Allegro moderato“ aus Dvoráks letztem Streichquartett. Fast verzauberte das „Rodin-Quartett“ mit der lyrischen Klage des „Adagio ma non troppo“: So kam die seltsame Strahlkraft dieses Satzes zur Geltung, der sich des immer gleichen Themas bedient, das dabei jedoch nichts von seiner Faszination und Schönheit verliert. Wunderbar tänzerisch folgte dagegen der dritte Satz, mit erhebenden Momenten wartete das Finale auf.

Kaum verwunderlich, dass es vom Publikum viel Applaus sowie vereinzelte „Wow“- und „Bravo“-Rufe gab. Das „Rodin-Quartett“ bedankte sich mit dem langsamen Satz aus Dvoráks „Amerikanischem Quartett“, „die naheliegendste Zugabe, der berühmteste Dvorák-Streichquartettsatz“, erklärte Cellist Weigel und fügte hinzu: „Und, wie ich finde, vielleicht auch einer der schönsten überhaupt.“

17.01.2012 - 08:30 Uhr

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