Die Forstverwaltung will bestimmte Baumgruppen nicht fällen, sondern für Käfer und Spechte reservieren. Aber der Hirrlinger Gemeinderat stimmte gegen dieses Totholz-Konzept.
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Hirrlingen. „Wir haben im Hirrlinger Wald schon immer auf den Umweltschutz geachtet“, sagte Bürgermeister Manfred Hofelich am Dienstagabend im Gemeinderat. Unter den zwölf Zuhörern waren auch einige Forststudenten, die von Hauptamtsleiterin Claudia Marinic in Kommunalrecht unterrichtet werden. Ein bürokratisches Alt- und Totholzkonzept brauche man in Hirrlingen nicht, so der Schultes: „Das wird dann so ausgelegt, dass man jeden Baum absucht, ob nicht irgendwo ein Juchtenkäfer krabbelt.“
Das Alt- und Totholzkonzept sieht vor, pro drei Hektar Wald eine Gruppe von etwa 15 Bäumen nicht zu nutzen und natürlich zerfallen zu lassen. Damit sollen Lebensräume für Käfer, Spechte und Fledermäuse erhalten werden. „Es sollen Trittsteine für diese Arten sein“, sagte Forstamtsleiter Alexander Köberle. Er gab allerdings zu, dass in Hirrlingen schon jetzt einzelne Bäume von der Nutzung ausgeschlossen werden.
Revierförster Hans Schlegel warb für das Konzept. Es sei bisher nicht flächendeckend ausgeführt worden. Er mache sich strafbar, wenn er einen Baum fälle, auf dem ein Habicht oder ein Milan nisten. Außerdem sei es sicherer für die Waldarbeiter, wenn tote Bäume in Gruppen zusammen stehen anstatt über den ganzen Wald verstreut.
Gemeinderat Dietmar Zug fand, das Konzept müsse einen Sinn haben, „wenn sich unser Revierförster so leidenschaftlich dafür stark macht.“ Gemeinderat Johannes Pfemeter fragte: „Warum druckst unser Bürgermeister denn so herum? Er denkt wohl an den wirtschaftlichen Verlust bei den hohen Holzpreisen.“ In der Abstimmung folgte jedoch die Mehrheit des Gemeinderats der Linie Hofelichs. Das Gremium lehnte das Konzept mit sechs zu vier Stimmen ab (bei zwei Enthaltungen).
Zuvor hatten Schlegel und Köberle ihren Jahresbericht vorgelegt. Wegen des hohen Holzpreises von derzeit 97 Euro pro Kubikmeter Fichtenholz warf der Gemeindewald 50 000 Euro Überschuss ab (statt kalkulierter 15 500 Euro). Ein Teil dieses Überschusses soll für den Bau eines Waldweges verwendet werden, sofern die Gemeinde dafür Zuschüsse bekommt.
Um die hohen Holzpreise auszunutzen wurde etwas mehr Holz geschlagen als geplant. Da Hirrlingen keine eigenen Waldarbeiter beschäftigt, werden die Bäume von Unternehmern gefällt, die teilweise einen Vollernter einsetzen. Beim Durchforsten werde darauf geachtet, den Anteil der für den Klimawandel weniger anfälligen Eichen zu erhöhen, sagte Schlegel.mdz / Archivbild