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Ortsgeschichte in Bildern

Neues Dußlinger Heimatbuch im TAGBLATT-Verlag

Heimatgeschichte, leicht zugänglich, doch mit Tiefgang, präsentiert ein neues, illustriertes Dußlinger Heimatbuch, das heute Abend der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Zusammengestellt hat es Kreisarchivar Wolfgang Sannwald, Herausgeber ist der Verlag SCHWÄBISCHES TAGBLATT.

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Ulrich Eisele
Prägende Momente der Dußlinger Geschichte in Bildern: Arbeiter beim Gleisbau am Dußlinger ... Prägende Momente der Dußlinger Geschichte in Bildern: Arbeiter beim Gleisbau am Dußlinger Bahnhof, der 1867 gebaut wurde. Das Bild dürfte um 1910 entstanden sein. Bild: Gemeindearchiv Dußlingen

Dußlingen. „Dußlingen. Ein Heimatbuch in Bildern“ lautet der programmatische Titel der neuen Veröffentlichung, mit der zugleich eine neue Reihe eröffnet wird. Weitere Broschüren nach diesem Muster sollen folgen, kündigte der Leiter der TAGBLATT-Öffentlichkeitsarbeit Ulrich Janßen an.

Die Idee zu diesem Konzept sei ihm bei der Arbeit am Dußlinger Geschichtspfad gekommen, sagte Kreisarchivar Wolfgang Sannwald gestern bei einer Pressekonferenz. Er habe zentrale Strukturen der Ortsgeschichte „mit Tiefgang, inhaltlich auf dem gegenwärtigen Stand der Forschung“, zugleich leicht zugänglich und in komprimierter Form zeigen wollen.

Heraus kam dabei eine „schlanke Broschüre“, die „in jeder Situation lesbar“ sei, lobte Janßen. Bei den Vorarbeiten, sagte Sannwald, habe ihm das alte (zum Ortsjubiläum 1988 erschienene) Heimatbuch als Ausgangspunkt gedient. Er habe aber noch viel hinzu recherchieren, auswählen, vereinfachen, komprimieren müssen, um zu der nun vorliegenden, leicht lesbaren Form zu gelangen. Zum Beispiel die Karte mit den Gasthäusern entlang der Schweizer Chaussee: Wie viel Arbeit in einer so leicht fassbaren Darstellung steckt, kann vermutlich nur der Historiker ermessen.

Geschichten zeigen: die Geschichte war anders

140 Abbildungen, 29 Pläne, Grafiken und Karten auf 103 Seiten machen das Werk zu einem „Readers Digest“ der Ortsgeschichte, den man auch häppchenweise genießen kann. Oft sind es nicht viel mehr als Bildunterschriften, die in komplexe historische Zusammenhänge einführen. Zum Beispiel über die Grabfunde aus der Hallstattzeit auf dem Dußlinger Eichenbuckel, die heute im Württembergischen Landesmuseum in Stuttgart lagern. Repliken davon sollen von morgen an in einer Ausstellung der Volksbank am Hindenburgplatz gezeigt werden.

Manchmal sind es auch unterhaltsame, spannende Geschichten, die ein Licht auf Zeitumstände werfen: Wie Ortsherr Fritz Herter von Herteneck den Dichter Nicodemus Frischlin verprügelte; warum die Dußlinger Pfarrersfrau Margarete Beck ertränkt wurde; oder die Geschichte der Ermordung eines schwedischen Leutnants im Dreißigjährigen Krieg.

In 20 chronologischen und thematischen Kapiteln breitet Wolfgang Sannwald sein Wissen aus: von den „ältesten Dußlingern“ der Hallstatt-, Römer- und Alemannen-Zeit übers Mittelalter, den Dreißigjährigen Krieg, das 19. Jahrhundert – bis hin zur Gemeindereform der siebziger Jahre.

Dazwischen stehen viele Momentaufnahmen: von der Peterskirche und der Steinlach, den Mühlen in Dußlingen und der Schweizer Chaussee, die den Ort bis heute prägt. Kenntnisreich präsentiert Sannwald dazu Hintergrundwissen, ohne die Leser damit zu überfordern. Dazu treten volkskundliche Skizzen der Landwirte und Arbeiter, Weber und Hausierer – und der „Dußlinger Wilderer“, denen der Flecken seinen Ruf zu verdanken hat.

Überregional bedeutsame Unternehmen wie die Pulvermühle, Brauerei Steinlachburg und die Irus-Werke werden vorgestellt, aber auch das „rote Dußlingen“ mit seinen Arbeitervereinen und -parteien, das Erstarken des Nationalsozialismus und die Geschichte der Zwangsarbeit im Ölschieferwerk auf Maltschach.

Büchlein nicht nur für hartgesottene Historiker

Das Erscheinen des Buches „zu einem vertretbaren Preis“ möglich gemacht habe die VR Bank Steinlach-Wiesaz als Sponsor, hob TAGBLATT-Öffentlichkeitsarbeiter Ulrich Janßen lobend hervor. Er erwarte, dass das „sehr, sehr interessante Werk“ über einen „Kreis hartgesottener Abnehmer“ hinaus Beachtung finde.

Als ältester Finanzdienstleister mit 120-jähriger Geschichte am Ort habe sich die VR Bank in der Pflicht gesehen, die Herausgabe zu unterstützen, sagte Volksbank-Vorstandsmitglied Reiner Futter. Als Dußlinger könne er zudem sagen: „Es ist klasse, was ich gelesen habe.“

Das alte Heimatbuch sei nunmehr 23 Jahre alt und auch sehr umfangreich, sagte Bürgermeister Thomas Hölsch. Mit dem neuen „Heimatbuch in Bildern“ halte man ein Werk in Händen, mit dem sich auch viele Neubürger in Kürze über die Geschichte ihrer Gemeinde informieren könnten. Deshalb solle das Buch auch übers Bürgerbüro verkauft werden. Ältere, die einen runden Geburtstag feiern – 80, 85, 90 – sollen es von der Gemeinde geschenkt bekommen.

Buch wird vorgestellt und Ausstellung eröffnet
„Dußlingen. Ein Heimatbuch in Bildern“ ist im Verlag SCHWÄBISCHES TAGBLATT erschienen. Das Buch hat 103 Seiten, enthält 140 Abbildungen, 29 Pläne, Grafiken und Karten und kostet 14,50 Euro. Es ist in allen TAGBLATT-Geschäftsstellen, bei der VR Bank Steinlach-Wiesaz in Dußlingen und beim Bürgerbüro erhältlich.

Heute Abend wird das Buch in der Geschäftsstelle der VR Bank am Hindenburgplatz vor geladenen Gästen vorgestellt. Zugleich wird dort eine Ausstellung mit Exponaten zur Dußlinger Heimatgeschichte eröffnet – darunter auch Repliken von Grabbeigaben aus der Hallstattzeit.


14.12.2011 - 08:30 Uhr | geändert: 14.12.2011 - 15:35 Uhr

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