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Vorerst kein Geld für Kreisverkehr

Kälberstelle gilt nicht mehr als Unfallschwerpunkt

Die gefährliche Kreuzung im Schönbuch gilt bei der Polizeidirektion Böblingen nicht mehr als Unfallschwerpunkt. 

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Martin Mayer
Artikelbild: Kälberstelle gilt nicht mehr als Unfallschwerpunkt

Dettenhausen. Mitten im Schönbuch kreuzen sich an der Kälberstelle zwei viel befahrene Straßen: die von Walddorfhäslach her kommende und nach Böblingen führende Bundesstraße 464 und die von Tübingen über Bebenhausen nach Dettenhausen und Waldenbuch führende Landesstraße 1208. Die Straßen stoßen fast rechtwinklig aufeinander, die Kreuzung (links oberhalb der Bildmitte) liegt auf der Kuppe, ist unübersichtlich und schattig und birgt im Winter Rutschgefahren. Manchen Autofahrern, die in den letzten Jahren von den vielen, teils schweren Unfällen dort gehört haben, wird mulmig, wenn sie die Kreuzung queren.

Das Irritierende: Die Autos auf der Bundesstraße müssen den Verkehrsteilnehmern auf der rangniedrigeren, bolzgeraden Landesstraße die Vorfahrt lassen. Wer von Tübingen nach Böblingen will, vermeidet die Kreuzung dank des nach links abknickenden Zubringers. Für den seit Jahren geforderten Umbau der Kälberstellen-Kreuzung zum weit weniger unfallträchtigen Kreisverkehr liegen bei den Straßenplanern des RP Stuttgart baureife Pläne in der Schublade.

Doch (wie berichtet) soll der Umbau aufgeschoben werden – aus finanziellen Gründen. Für die Kälberstelle ist die Polizeidirektion Böblingen zuständig, denn die Kreuzung liegt komplett mit allen vier im Foto abgebildeten Straßenästen auf Böblinger Kreisgebiet. Nur ein Teil des Zubringers und der LandesstraßenAst rechts davon gehören zur Tübinger Landkreis-Markung. Die Böblinger Polizei aber sieht die Kreuzung nach Korrekturen an den Haltelinien und bei der Beschilderung nicht mehr als Unfallschwerpunkt.

Auch im Stuttgarter Verkehrsministerium hält man „den Druck“ für „gesunken, dort akut etwas zu machen“. Die begrenzt vorhandenen Finanzmittel könnten an kritischeren Stellen im Land eingesetzt werden, hieß es jetzt auf TAGBLATT-Nachfrage. Manche Gemeinderäte in Dettenhausen halten diese Verschiebung des Kreuzungs-Umbaus für einen „Skandal“.

Dettenhausens Bürgermeister Thomas Engesser will noch im Januar mit den beiden zuständigen Landräten das weitere Vorgehen erörtern. Die nach jahrelangem Kampf zum Kreisverkehr umgebaute Eckberg-Kreuzung (wenige Kilometer östlich der Kälberstelle) gibt schließlich ein nachahmenswertes Vorbild ab.

04.01.2012 - 08:30 Uhr | geändert: 04.01.2012 - 15:03 Uhr

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