Die steigenden Gewerbesteuereinnahmen ließen Bodelshausens Bürgermeister Uwe Ganzenmüller beim Neujahrsempfang am Sonntag zufrieden zurück und zuversichtlich in die Zukunft blicken.
Anzeige
Susanne Mutschler
Bodelshausen. Rund 200 Gäste, darunter regionale Promis wie die CDU-Bundestagsabgeordnete Annette Widmann-Mauz und der grüne Landtagsabgeordnete Daniel Lede Abal, fanden sich im Bodelshäuser Forum ein. Bürgermeister Uwe Ganzenmüller nahm sie auf einen illustrierten Jahresrückblick mit und schilderte die Pläne für den „Gewerbe- und Industriestandort Bodelshausen“ fürs Jahr 2012.
Ansässige Industriebetriebe sowie externe Existenzgründer würden auch in Zukunft genügend Entwicklungsmöglichkeiten finden, versprach Ganzenmüller: „Wir sind stolz auf unsere Betriebe.“ Denn auf sie baue sich der „vergleichsweise hohen Lebensstandard“ in Bodelshausen auf – sichtbar etwa am grundlegend sanierten Rathaus mit einladend gestaltetem Bürgersaal und all den Investitionen für die Steinäckerschule im vergangenen Jahr. Bis zum Abschluss der Bauarbeiten im Jahr 2013 werden voraussichtlich 4,6 Millionen Euro in den Schulausbau fließen.
Die Ausbildung und Förderung von Kindern und Jugendlichen sei eine der wichtigsten Aufgaben der Gemeinde, betonte Ganzenmüller. Die Kommune biete Ganztagesbetreuung von der Kinderkrippe bis zum Hauptschulabschluss an. Im Kindergarten Birkenweg soll nach einem Umbau Platz für eine weitere Kleinkind-Gruppe entstehen. Noch immer bestehe Bedarf an Krippenplätzen, so der Bürgermeister.
Von Herbst 2012 an wird die Steinäckerschule eine der ersten 30 Gemeinschaftsschulen im Land sein. Bis dahin soll die Sanierung des Hauptschulgebäudes abgeschlossen sein. Für die Grundschulkinder sah der Bürgermeister noch ein weiteres Unterrichtsjahr in den im Schulhof aufgestellten Containern vorher. Ganz besonders begrüßte er die „Schultiger“-Initiative zur Schulwegsicherheit. Bodelshausens Kinder werden von ihren Eltern nur noch bis zu so genannten „Schultiger“-Haltestellen gebracht. Von dort gehen sie zu Fuß, was den Verkehrsstau vor der Schule entspannt.
Der zweite kommunale Ausgabenschwerpunkt war 2011 der vorbeugende Hochwasserschutz, für den rund 870 000 Euro ausgegeben wurden. Die Verwaltungsvorgänge für sämtliche 30 Hochwasser-Bauprojekte, die teils begonnen, teils in Planung seien, umfassten inzwischen 16 Aktenordner und einen Gesamtkostenrahmen von 6,5 Millionen Euro, ließ Ganzenmüller die Gäste beim Neujahrsempfang wissen. 2012 sind Rückhaltebecken am Stockerweg, an der Sickinger-, Schiller- und Robert-Bosch-Straße vorgesehen, die Ausgaben von rund 450 000 erfordern.
Im Rahmen der Aufwertung der Ortsmitte wird 2012 das Fabrikgebäude in der Rottenburger Straße 3 – mit Ausnahme des denkmalgeschützten Vorderhauses – abgebrochen werden. Die Freifläche rund um den Burghof soll verschönert und das als Kulturdenkmal eingestufte Alte Rathaus energietechnisch saniert werden. Trotz der günstigen Gewerbesteuersituation und des „seit Jahren verfolgten Sparkurses“ werde Bodelshausen 2012 einen Kredit von rund 800 000 Euro aufnehmen müssen, informierte Ganzenmüller.
Bevor sich die Neujahrsgäste Brezeln und Gesprächen widmeten, bewies das Akkordeonorchester aus Waldmössingen unter der Leitung von Dieter Witz, dass die Ziehharmonika in allen Stil- und allen Himmelsrichtungen zu Hause ist. Sie boten eine klassische Suite von Georges Bizet, schräge Tangoweisen, rockige Liebeslieder, temperamentvollen Samba und südafrikanische Folklore. Die Soli übernahmen Linus Witz und Michaela Haag.