Der Birkenhof ist Demonstrationsbetrieb für ökologischen Landbau und bekommt oft Besuch. Am Mittwochnachmittag waren 14 Bodelshäuser Mädchen im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren da – fütterten Kälber und stellten Butter her.
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Besuch auf dem Birkenhof: Nur selten werden die großen Kühe von kleinen Mädchen gefüttert. Bild: Franke
Bodelshausen. Alexandra Schäfer, die mit ihrem Mann Thomas den Birkenhof bewirtschaftet, begrüßt die kleinen Gäste. Willkommen geheißen werden sie auch von den zwei hofeigenen Bernhardinern Hertha und Ben, die sich beide gutmütig mit höchstem Wohlgefallen von allen Mädchen streicheln und umschmeicheln lassen. Ein großer verschmuster Kater spaziert auch herum. „Ja, da kann man streicheln, bis man schwarz wird“, sagt ein Mädchen.
Die Kinder werden von Marion Kunzelmann und Sylvia Wüst vom Kinder- und Jugendbüro begleitet. Sie haben mit Nada Steinhilber von der TSG die zweiten Mädchentage organisiert und in den Herbstferien ein umfangreiches Programm angeboten, von Selbstbehauptung über Schmuckherstellung bis zu Serviettentechnik und Hiphop-Kurs.
Der Rundgang durch die Stallungen beginnt bei den Kleinen. Oh die Kälbchen! Gerade mal drei Tage alt. Schauen noch verwundert in die Welt. Schwarzweiß gefleckt. Braunweiß gefleckt. Süß. Haben ein Nummernpiercing in den Ohren. Namen bekommen sie von den Schäfers erst, wenn sie Mutter werden.
Alexandra Schäfer erläutert die Ernährung. Erzählt von frischem Gras, von Silage und Heu, wie und woraus Kraftfutter gemacht wird.
Die Mädchen finden auch heraus, wer der Bulle ist. Er macht die Kühe zu Mamas, dann wächst ihr Euter. 75 Milchkühe sind auf dem Birkenhof versammelt, genauso viele Tiere sind in der Nachzucht. Und wie ist es mit dem Wiederkäuen? Da, im Ruheraum liegen welche, die sich gemächlich die Magen-Kugel wieder hochkommen lassen und sie erneut durchkauen.
Dann geht’s zur Pferdepension, 23 Pferde werden versorgt. „Mädchen haben im Pferdestall nie Langeweile“, meint Schäfer. Emily, sieben Jahre, Schülerin der Steinäcker-Schule, ist auch sonst gern zu Gast auf dem Hof. Das Pferd, um das sie sich kümmert, heißt Picasso, „ein halbes Pony“. Emily sagt poetisch: „Die Luft hier auf dem Hof ist voll mit Abenteuern.“ Die große Schar Gänse ruft zwar lautstark nach Beachtung, aber dafür reicht die Zeit der Mädchen einfach nicht. Jetzt wird gemolken. In den Raum, wo die große Melkmaschine steht, treten die ersten zehn Kühe, die sich die Milch abzapfen lassen. Die Maschine funktioniert „ähnlich wie ein Staubsauger“.
Vier Mal werden die Tiere gemolken, dann ist ein Fass von 2600 Litern voll. Die Milch wird nach Riedlingen gefahren, wird dort zu Milch und Quark. Ein Teil wird aber auch für den Eigenverkauf verarbeitet, viele der Kinder bekommen ihre Frühstückserdbeermilch von den Schäfers geliefert. Melken ist gar nicht so einfach, die Kinder dürfen es an Gummieutern versuchen. Dann geht es nochmal zu den scheuen Kälbchen, die sich aber doch gerne füttern lassen und hartnäckig an den Flaschen saugen, „wie am Schnuller“. Sechs Liter Milch suckeln sie am Tag weg.
Schäfer füllt den Mädchen Sahne in die mitgebrachten Gläser. Deckel drauf und schütteln, schütteln, schütteln, bis sich die Sahne klumpt. Für eine Abendbrotzeit wird die Butter reichen. Alle sind zufrieden. Aber Hunger haben sie bereits.jon