Wolfgang Kost bekommt zwei Mal Edelmetall bei der Weinprüfung
Schon viele seiner Weine haben eine Preismünze bei der Weinprämierung bekommen. Dieses Jahr gab es für den Entringer Weingärtner Wolfgang Kost Bronze – und Silber für eine Auslese.
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Mario Beisswenger
Die silberne Preismünze für eine Gewürztraminer Auslese, eine bronzene Münze für die Qualitäts-Cuvée aus Schwarzriesling und Spätburgunder: Der Weingärtner Wolfgang Kost kann mit der Ausbeute des Jahrgangs 2010 zufrieden sein. Bild: Faden
Entringen. Den Wein nimmt er beim nächsten Urlaub in Südtirol nach Tramin mit. Wolfgang Kost wird eine Flasche seiner 2010er Gewürztraminer Auslese dem Kellermeister der dortigen Kellereigenossenschaft mitbringen. Der 67-Jährige nimmt sein Hobby ernst und beim Gespräch mit Willi Stürz, einem der führenden Kellermeister Europas, wird sicher der eine oder andere Tipp für den Weinbau am Schönbuchtrauf abfallen.
Nicht, dass das wirklich nötig wäre. Kost sammelt die Auszeichnungen des württembergischen Weinbauverbandes regelmäßig ein. Er arbeitet sorgfältig im Wengert und behandelt seinen reifenden Wein sehr gewissenhaft. Alle vier Wochen fährt er mit einer Probe ins Labor und holt sich dort die Tipps zum weiteren Ausbau. Die Qualität des Weines in der Gegend um Tübingen sei die letzten Jahre ja generell gewachsen. Kost führt das auf die ständige Fortbildung der mehr als 200 Hobbywinzer und wenigen Erwerbswinzer zurück. „Das Wissen über den Wein ist um hundert Prozent gestiegen.“
Außerdem spiele bei der Weinqualität wohl auch die Klimaveränderung eine Rolle. Da er über die letzten Jahrzehnte regelmäßig nach Südtirol fährt, kann Kost die Veränderung selbst einschätzen. „Was sie vor 40 Jahren in Südtirol hatten, das haben wir jetzt hier.“ Vor knapp zehn Jahren pflanzte er selbst den klimatisch anspruchsvollen Gewürztraminer in Entringen an. „Wenn ich da nicht regelmäßig hingefahren wäre, wäre ich nie auf die Idee gekommen“, sagt Kost über seine Reisen nach Südtirol.
Die Rebe verlange neben dem geeigneten Klima auch den rechten Schnitt. „Die schneide ich ganz knapp hin.“ Der kurz gehaltene Weinstock schickt dann seine ganze Kraft in wenige Trauben. „Sonst entwickelt sich nicht der typische Geschmack.“ Dem Zuckergehalt tut das auch gut. Bei der Ernte maß Kost bei dem Gewürztraminer 100 Grad Öchsle und hatte damit die Qualitätsstufe der Auslese erreicht. Für Liebhaber des gehaltvollen Tröpfchens hat Kost im übrigen einen Tipp auf Lager: Man solle Gewürztraminer „nie nach 13 Uhr“ trinken. „Sonst“, so warnt der Experte, „steigt er in den Kopf.“
Sein anderer prämierter Wein, ein Schwarzriesling mit Spätburgunder, brachte nicht ganz so viel auf die Mostwaage. Den Verkostern des württembergischen Weinbauverbands war der Qualitätswein aber auch eine bronzene Preismünze wert. Wenn er jetzt nochmal pflanzen könnte, würde Kost noch ganz andere Sorten ausprobieren.
Beim Weißen vielleicht Chardonnay, der die gleichen Wärmeansprüche hat wie Gewürztraminer. Damit ließe sich eine bisher beliebte Sorten wie Kerner ersetzen, die nicht mehr in Mode ist. Als Rotweinsorten schätzt er den modernen Acolon oder den traditionellen Lemberger. „Ja, den tät ich hin. Bei uns kann man ja jetzt alles pflanzen.“ Wobei er auch gleich auf ein Problem hinweist. Die alten Rebstöcke sind gut eingewurzelt, sodass ihnen ein trockenes Frühjahr oder der trockene Herbst wenig ausmachen. Junge Reben, die noch nicht so tief verwurzelt sind, würden da viel eher unter dem Wettertrend zu langen Trockenphasen leiden. Deshalb, findet Kost, sollten sich Freunde lokaler Weine auch nicht ärgern, wenn es mal im Sommer regnet.
Was die Zukunft der Weinqualität betrifft, ist Kost optimistisch. Die zwei Preismünzen, die auf den Flaschen des Jahrgangs 2010 prangen, müssen nicht die letzten sein. 2010, sagt Kost, sei schon ein guter Jahrgang gewesen und auch der 2011er sei überaus viel versprechend. „Wer dieses Jahr nicht zufrieden war, der wird nie mehr zufrieden sein“, findet der Entringer Winzer.