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Erst Sixties-Ikone, jetzt Mutter Courage

Oscar-Preisträgerin Vanessa Redgrave feiert ihren 75. Geburtstag

Sie hat mehr als 100 Filme gedreht, und weil sie auch eine politische Frau ist, wird sie gern "Mother Courage" genannt: Die britische Schauspielerin Vanessa Redgrave wird heute 75 Jahre alt.

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INGA RADEL, DPA
Artikelbild: Oscar-Preisträgerin Vanessa Redgrave feiert ihren 75. Geburtstag Redgrave in Michelangelo Antonionis Sixties-Klassiker "Blow Up".

Vanessa Redgrave ist quasi die Queen Mum der britischen Schauspielkunst. Für mehr als 100 Filme hat die Oscar-Preisträgerin vor der Kamera gestanden - auch jenseits der 70 schlüpfte sie zuletzt noch in die Rolle der Elizabeth I. in Roland Emmerichs Shakespeare-Film "Anonymus". Und zu ihrem 75. Geburtstag, den sie an diesem 30. Januar feiert, ist sie wieder irgendwo im Ausland unterwegs, wie ihre Agentur sagt: "Keine Zeit für Interviews."

Dabei ist die gebürtige Londonerin keine, die nur still ihrer Schauspielkunst nachgeht. Sondern eine, die gern den Mund aufmacht und sich gesellschaftspolitisch einmischt. Sie sei eine "Post-Renaissance-Frau", sagte sie einmal der Zeitschrift "Brigitte", dass heiße, "dass ich in einer Zeit lebe, in der es Frauen nicht verboten ist, ihren Kopf zum Denken und ihren Mund zum Sprechen zu benutzen". Redgrave stammt aus der bekanntesten Schauspieler-Dynastie der britischen Insel. Will man der Legende glauben, gab es nie einen Zweifel daran, welchen Weg sie einschlagen würde. Am Tag ihrer Geburt stand ihr Vater Michael Redgrave in London zusammen mit Laurence Olivier in "Hamlet" auf der Bühne. Unter tosendem Applaus des Publikums verkündete Olivier: "Heute Abend ist eine große Schauspielerin geboren." Er hatte damit völlig Recht.

 Redgrave trug dann aber auch ihren Teil dazu dabei, dass die Dynastie bis heute Bestand hat. Ihre beiden Töchter aus der Ehe mit dem Filmregisseur Tony Richardson - Natasha und Joely - blieben ebenso im Fach wie ihr Sohn Carlo aus der Verbindung mit dem italienischen Spaghetti-Western-Helden Franco Nero. Später war sie lange Jahre mit dem James-Bond-Darsteller Timothy Dalton zusammen. Der Schauspieler Liam Neeson ("Schindlers Liste") ist ihr Schwiegersohn.

Artikelbild: Oscar-Preisträgerin Vanessa Redgrave feiert ihren 75. Geburtstag Vanessa Redgrave hat sich auch immer politisch eingemischt. Foto: dpa

Die Liste ihrer Erfolge reicht von Klassikern wie "Blow Up", mit dem ihr 1967 der internationale Durchbruch gelang, bis hin zu "Anonymus". Aus der Zeit dazwischen ragen Literaturverfilmungen heraus, vom "Mord im Orient-Express" (Agatha Christie) über "Das Geisterhaus" (Isabel Allende) bis hin zu "Mrs. Dalloway" (Virginia Woolf). Den Oscar bekam Redgrave für ihre Rolle in "Julia", als sie eine jüdische Widerstandskämpferin spielte. Bei der Preisverleihung 1978 sorgte die PLO-Anhängerin für einen Skandal, als sie einige Gegendemonstranten als "Pack von jüdischen Ganoven" bezeichnete. Ein typischer Redgrave-Auftritt. Früher war sie gegen den Vietnam-Krieg und die britische Nordirland-Politik. Heute ist sie gegen die Chinesen in Tibet und die Russen in Tschetschenien.

In Liebesdingen erlebte Redgrave am Silvestertag 2006 noch ein märchenhaftes Happy-End. Nach über drei Jahrzehnten Trennungsphase heiratete sie den Vater ihres Sohnes: Franco Nero. "Weil wir uns wiedergefunden haben", begründete sie diesen Schritt. "Und weil wir irgendwie das Gefühl hatten, das feiern zu wollen."

30.01.2012 - 08:30 Uhr | geändert: 31.01.2012 - 11:04 Uhr

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Ein sehr schöner Film, der mitunter fast dokumentarisch wirkt, und trotz der Thematik unerwartet witzig. Besonders die kleine Schwester hatte meine Sympathien. Das Ende bleibt offen, und sorgt so für Gesprächstoff. Sehenswert!


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