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Weichenstellung für den Oscar

Golden Globes für George Clooney, Meryl Streep und einen Stummfilm

Weichenstellung für die Oscars: Der französische Stummfilm "The Artist" und das Familiendrama "The Descendants" sind nach der Golden-Globe-Verleihung Favoriten der diesjährigen Kinopreis-Saison.

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MagdiAboul-Kheir

Ein Film aus Frankreich, in Schwarz-Weiß und dann auch noch stumm! So ein Werk hat in Hollywood wohl noch nie Preise gewonnen. Doch am Sonntagabend bekam "The Artist" von der Auslandspresse drei Golden Globes verliehen - und nun gilt die kunstvolle Hommage an das Hochglanz-Kino der 20er Jahre, die geradezu sprachlos macht, als ein großer Favorit für die Oscars.

Michel Hazanavicius Film erzählt die Geschichte des Stummfilmstars George Valentin, der durch den Siegeszug des Tonfilms in Vergessenheit gerät. Ausgezeichnet wurde das Kinojuwel als beste Komödie, für die beste Filmmusik und den besten Komödien-Hauptdarsteller (Jean Dujardin). In die deutschen Kinos kommt "The Artist" am 26. Januar - zwei Tage nach den Oscar-Nominierungen.

Für die Oscars gilt die Golden-Globe-Verleihung als wichtiger Gradmesser. So kann man nun davon ausgehen, dass Alexander Paynes Tragikomödie "The Descendants - Familie und andere Angelegenheiten" ein weiterer Favorit auf den wichtigsten Filmpreis der Welt ist. Denn der Film wurde als bestes Drama geehrt, dazu gab es den Preis für George Clooney als besten Hauptdarsteller in einer ernsten Rolle. Clooney ist damit auf dem Weg zu einem weiteren Oscar, ebenso wie Meryl Streep für ihr Margaret-Thatcher-Mimikry in "The Iron Lady" - zumindest bekam sie dafür jetzt bereits ihren achten (!) Golden Globe überreicht.

Clooney, Streep und Madonna (die für den besten Song ausgezeichnet wurde)- das ist genau die Liga von Weltstars, die man bei der Golden-Globe-Gala gern auf dem roten Teppich sieht. Daher hält man der Hollywood-Auslandspresse häufiger mal vor, ihre Nominierungen auch nach Prominenz zu vergeben, um die Preisverleihung besonders starvoll schmücken zu können. Allemal gilt die Globe-Party als die beste in der Stadt.

Nun, in diesem Jahr war beispielsweise Angelina Jolie für ihr Regiedebüt "In the Land of Blood and Honey" nominiert: Der Film wurde sowohl in Englisch als auch in Serbo-Kroatisch gedreht und trat deshalb in der Kategorie "bester fremdsprachiger Film" an. Diesen Globe gewann dann aber das iranische Meisterwerk "Nader und Simin - Eine Trennung".

Aber nicht nur Top-Schauspieler, sondern auch etliche Star-Filmemacher wurden bei der 69. Globe-Show preisgekrönt. So erhielt Steven Spielberg seinen dritten Globe ("Tim und Struppi" als bester Animationsfilm), Martin Scorsese ebenfalls seinen dritten (beste Regie für "Hugo Cabret") und Woody Allen seinen zweiten (bestes Drehbuch für "Midnight in Paris"). Die Deutschen spielten in diesem Jahr keine Rolle.

Mal abgesehen von Florian Henckel von Donnersmarck, der wie im Vorjahr vor Abermillionen TV-Zuschauern weltweit für seinen Film-Flop "The Tourist" von Moderator Ricky Gervais Spott abbekam. Der für seinen bissigen Humor bekannte britische Komiker bedrängte "Tourist"-Hauptdarsteller Johnny Depp mit der Frage, ob der den Film mittlerweile endlich gesehen habe. Depp verneinte, das Publikum lachte.

16.01.2012 - 23:59 Uhr | geändert: 31.01.2012 - 11:02 Uhr

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Zuletzt Kommentiert

Ein sehr schöner Film, der mitunter fast dokumentarisch wirkt, und trotz der Thematik unerwartet witzig. Besonders die kleine Schwester hatte meine Sympathien. Das Ende bleibt offen, und sorgt so für Gesprächstoff. Sehenswert!


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